Mehr Nachhaltigkeit in der Agrarproduktion

Innovative Anbausysteme: neue Wertschöpfung durch Agroforst?

Klimawandel, neue politische Rahmenbedingungen oder die kritische Betrachtung durch die Verbraucher – die Landwirtschaft steht unter hohem Erfolgsdruck. Benötigt werden innovative Anbausysteme, um nachhaltige Lösungen für diese Herausforderungen zu finden. Agroforstsystem können solch eine Lösung sein.

Agroforst nennt man Landnutzungssysteme, bei denen Gehölze - Bäume oder Sträucher - mit Ackerkulturen und bzw. oder Tierhaltung auf der gleichen Fläche kombiniert werden. Das Ziel ist es, dass durch die verschiedenen Komponenten ökologische und wirtschaftliche Vorteile entstehen. Beispiele reichen von Streuobstwiesen, Pappelanbau in Hühnerausläufen, integrierten Energie- oder Wertholzstreifen auf Acker und Grünland bis zu Gewässerrandstreifen.

Die Frage ist, ob solche Agroforstysteme ein Geschäftsmodell für das Rheinische Revier sein können und zu neuer Wertschöpfung, einer Erweiterung der Produktauswahl und einer Anbaudiversifizierung beitragen?

Zu diesem Thema bietet die Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER Austauschforen mit Experten und Beratung für die regionale Landwirtschaft. Sprechen sie uns an!

Erfahren Sie mehr zum Thema beim Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF).

https://agroforst-info.de/

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1. Digitaler Agroforst-Stammtisch am 24.11.2020 -> Weitere Informationen

Veranstaltungsbericht 5. Oktober 2020

Diese Frage wurde im Rahmen einer virtuellen Informationsveranstaltung der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER am 5. Oktober 2020 diskutiert. Die Referenten waren führende Agroforst-Experten aus Deutschland, unter anderem die Vorsitzenden des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft (DeFAF). Im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier könnten durch Agroforstsysteme neue regionale Produkte und Wertschöpfungsoptionen entstehen.

Dr. Christian Böhm (BTU Cottbus) betonte die Vielfalt von Agroforstsystemen, die im Rheinischen Revier möglich sind: Neben Baumstreifen mit Wert- und Energieholz oder klassischen Streuobstwiesen können auch Trüffel oder Bärlauch in Agroforstsystemen angebaut werden. Laut Prof. Dr. Eike Lüdeling (Universität Bonn) können Agroforstsysteme, gerade mit Bezug auf den steigenden Druck durch den Klimawandel, eine nachhaltige Alternative für die landwirtschaftliche Produktion sein und die Diversität der Produkte steigern.

Fragen der rund 70 Teilnehmenden zeigen ein hohes Interesse an der praktischen Umsetzung z.B. welche Baumarten für ein Agroforstsystem im Rheinischen Revier geeignet sind oder was beim Pflanzenschutz berücksichtigt werden muss. Praktische Erfahrungen bei der Anlage und Pflege von Agroforstsystemen stellte der Landwirt Thomas Domin (Domin’s Hof Peickwitz) vor, der auf seinem Betrieb in der Lausitz Rekultivierungsflächen aus dem Braunkohletagebau mit Agroforstsystemen bewirtschaftet. Ein großes Hindernis für Agroforstsysteme stellt nach wie vor jedoch die oft unklare rechtliche Situation dar, zu der Dr. Wolfgang Zehlius-Eckert (TU München) einen Einblick gab. So muss vor Anlage eines Agroforstsystems unter anderem die Frage des Ackerstatus geklärt werden.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Rheinischen Revier wurde betont, dass bei der Anlage von Agroforstflächen die Diversität der verwendeten Arten und der Naturschutz direkt bei der Planung mitgedacht werden sollten.

Gerade bei jungen Landwirten im Rheinischen Revier ist ein großes Interessen an innovativen Anbaukonzepten vorhanden. Dieser Elan kann u.a. durch den Strukturwandel gestärkt werden. Hier bieten sich z.B. großflächige Reallabore an, die eine intensive Begleitforschung ermöglichen, und deren Ergebnisse über das Rheinische Revier hinaus ausstrahlen könnten.

 

 

Ansprechpartnerin

Dr. Leonie Göbel

Wissenschaft, Ausbildung, Landwirtschaft

Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER

02461-61 85531

Erklärt: Agroforst

Agroforstwirtschaft ist eine Form der Landnutzung, bei der Gehölze mit Ackerkulturen oder Tierhaltung auf einer Fläche kombiniert werden.

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