Mehr Wertschöpfung und Nachhaltigkeit

Der Bioökonomie Feldtag

Die Landwirtschaft gehört in Ihrer Funktion als Lebensmittel- und Rohstofflieferant sowie der Prägung der Landschaft zu den wirtschaftlich wie landschaftlich relevantesten Bioökonomie-Branchen im Rheinischen Revier.


Viele treibt daher die Frage um, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen wird: Welche Methoden und Feldfrüchte bieten Wertschöpfung? Und sind diese nachhaltig für Umwelt und Klima?

 
Der Bioökonomie Feldtag widmet sich den Themen Bioökonomie und Landwirtschaft und zeigt der breiten Öffentlichkeit am zukünftigen „Profilort der Bioökonomie“ in Morschenich-Alt sichtbare Innovationsansätze für das Rheinische Revier. Der Premiere fand am 18. August 2022 statt.

Das war der Bioökonomie Feldtag 2022

Video-Impressionen von der Premiere

Das Angebot der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER
Vernetzung, Beratung, Nachhaltigkeit

Was ist nachhaltige Bioökonomie und was hat das mit Landwirtschaft zu tun? Wie kann ich meine innovative Geschäftsidee in der Region umsetzen? Und wo finde ich geeignete Partner?

Sprechen Sie uns an.

Erste Agri-/ Horti-PV Demonstrationsanlage im Rheinischen Revier

In Morschenich werden auf 2 Hektar Fläche vier unterschiedliche Anlagentypen mit insgesamt 4.000 m2 Photovoltaik-Fläche für die Praxis erprobt, das entspricht etwa 1.000 Photovoltaik-Modulen. Ziel ist die Optimierung des Pflanzenertrags unter der Photovoltaik-Anlage.

Hohe Potentiale liegen insbesondere im Anbau von Sonderkulturen und Nutzpflanzen mit hohem Wertschöpfungspotenzial für Landwirtschaft und Gartenbau. Die PV-Module bieten gleichzeitig Schutz der Kulturen vor ungünstigen Wetterbedingungen wie Starkregen, Hagel oder Trockenheit.

Eine bedarfsgerechte Regennutzung unterstützt einen klimagerechten Anbau.

 

 

Pflanzen-Sensorik und autonom fahrende Feld- und Messhelfer im Feldtechnikum

Die Digitalisierung findet eine immer breitere Anwendung in der Landwirtschaft. Sie bietet Lösungen für die Pflanzenzüchtung, die Klimaanpassung  und die Anbaueffizienz. Ressourcen wie Dünge- und Pflanzenschutzmittel etwa lassen sich durch einen gezielteren Einsatz reduzieren. Beim Feldtag wurden verschiedene digitale Technologien für Nutzpflanzen vom Feldtechnikum vorgeführt.

In der Wissenschaft kommen mit Pflanzen-Sensoren ausgestattete Roboter-Systeme zum Einsatz. Das „Field Weasel“ des Herstellers Lommers BV aus den Niederlanden ist ein GPS-gesteuertes Forschungsgerät für die nicht-invasive Pflanzenvermessung auf größeren Flächen.

Der deutlich kleinere „Thorvald Roboter“ von Saga Robotics aus Norwegen kommt am Forschungszentrum in Jülich ebenfalls zur hochpräzisen Pflanzenvermessung zum Einsatz. Vom Hersteller wird das multifunktionale Gerät u.a. zur UV-C Behandlung gegen Pilzkrankheiten an Erdbeeren oder Wein empfohlen.

Mit Sensorik ausgestatte Drohnen liefern Informationen über das Pflanzenwachstum, die Entwicklung der Biomasse, den Chlorophyllgehalt oder die Saatdichte auf einem Feld. Drohneneinsätze ergänzen Messungen per Flugzeug, Satellit oder Systeme am Boden.

Ein Robotersystem, das in der praktischen Landwirtschaft Anwendung findet, ist der Farmdroid FD20 eines dänischen Herstellers. Das solarbetriebene Gerät fährt autonom mit einer Geschwindigkeit von circa 1 km/h und kann Hacken und Säen.

Weltweit sind heute bereits circa 1.000 Geräte dieser Art zu finden, vor allem im Ökolandbau. Roboter dieser Art könnten zukünftig auch die Landschaft im Rheinischen Revier prägen, etwa „im Schwarm“, im parallelen Einsatz der Geräte auf dem Feld.

Mehr zum Innovationslabor BrainergyLab

Alternative Pflanzen auf guten bis kargen Böden

Im Fokus: Innovative Wertschöpfung für das Rheinische Revier. Neben Mikroben stellen vor allem Pflanzen und deren Produkte eine der zentralen Rohstoffquellen einer Bioökonomie dar. Sie liefern Fasern, Öle, Eiweiß, Extrakte für Kosmetik und Medizin sowie Energie.

In einer nachhaltigen Bioökonomie, wie sie die Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung beschreibt, wird der Sicherung der Nahrungsmittelerzeugung dabei grundsätzlich die höchste Priorität eingeräumt.

Besonders interessant sind Pflanzen, die einen mehrfachen Nutzen liefern, etwa Öl aus den Samen und gleichzeitig Fasern aus dem Stängel. Vorgestellt wurden alternative Nahrungsmittelpflanzen wie die altbekannte Rheinische Ackerbohne, die aktuell eine Renaissance auf dem Acker erlebt sowie Kapuzinerkresse, Arnika, Löwenzahn, Färberdistel, Chinaschilf, Sida und Silphie. Diese Pflanzen liefern diverse Rohstoffe mit potenziell neuer Wertschöpfung für die Landwirtschaft im Rheinischen Revier.

Eine größere Vielfalt in der Fruchtfolge kann zu einer höheren Biodiversität auf rheinischen Äckern beitragen, insbesondere dann, wenn bienenfreundliche Blühpflanzen zum Einsatz kommen.
Mehr zu den Innovationslaboren Circular PhytoREVIERAgroInnnovationLabs und zum Verein Rheinische Ackerbohne e.V.

Boden, Dürre und Klimawandel

Dürre und Klimawandel sind inzwischen auch auf dem rheinischen Acker angekommen. Mit dem Digitalen Echtzeit-Geodatenatlas für das Rheinische Revier (DG-RR) entsteht eine multifunktionale, digitale Geodaten-Infrastruktur, die Simulationen und Beobachtungen vom Boden bis in die Atmosphäre kombiniert. So werden tagesaktuelle und hochaufgelöste Vorhersagen zum Bodenwasserhaushalt und weitere hydrologische, atmospärische und biogeochemische Messungen und Bodenparameter getroffen. Diese Informationen werden quasi in Echtzeit und als freies Datenprodukt für die Praxis zur Verfügung gestellt.

Der Wasser-Monitor ist ein online Angebot, das pflanzenverfügbares Wasser aus tagesaktuellen Simulationen darstellt. In einer hohen räumlichen Auflösung von ca. 600 m können Vorhersagen bis zu 9 Tage in die Zukunft gemacht werden.

Eine Möglichkeit, Böden klimaresilienter zu machen, ist der Einsatz von Pflanzenkohlen, die geruchsneutral mit Gülle-Dünger aufgeladen wurden. Hiermit lässt sich der Humusgehalt des Bodens verbessern. Dieser nimmt zum einen mehr Wasser auf und dieses wird darüber hinaus länger im Boden festgehalten. Die Pflanzen sind dann weniger schnell dem Trockenstress ausgesetzt und wachsen besser. Mit dieser Methode läßt sich auch das Klima-Gas Kohlendioxid dauerhaft aus der Atmosphäre im Boden speichern.

Der Einsatz von Pflanzenkohle bietet sich ferner auf noch nicht rekultivierten Tagebauflächen mit kiesigen, sogenannten „marginalen“ Böden an. Solche Böden wird es im Rheinischen Revier noch Jahrzehnte geben, bis die Rekultivierung der Landschaft nach der Braunkohle abgeschlossen ist. Pflanzenkohle kann die Fruchtbarkeit dieser Böden verbessern und Pflanzenanbau für Rohstoffe ermöglichen. Ein positiver Aspekt dabei ist der Schutz solcher Böden vor Erosion und ein Beitrag zu mehr Biodiversität.Mehr zum Thema

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