Algenbasierte Wertschöpfungsketten und Schnittstellen zur Bioökonomie

Algen in die Praxis bringen - auf Acker, Teller und in die Petrischale

Die wachsende Weltbevölkerung braucht neue nachhaltige Ressourcen für gesunde Lebensmittel, Futtermittel und Chemikalien. Algen produzieren eine Vielzahl von Verbindungen durch Umwandlung von CO2, Nährstoffen und Licht und bieten Potenzial als nachwachsendes Rohmaterial. Obwohl Lichtintensitäten und -temperaturen im Vergleich zu Südeuropa niedriger sind, besteht ein Potenzial für Algenwachstum auch im NWE-Gebiet. Für einige Arten und Anwendungen kann unser Klima sogar Vorteile haben und wirtschaftlich sein, wenn zB. höherwertige Produkte zum Einsatz kommen, doch auch die Verbindung vom Abfallstrom (zB. Abwasser) zurück zur Pflanze via Algenbiomasse wurde in kleinem Maßstab bereits erfolgreich erprobt.

Heute sind algenbasierte Wertschöpfungsketten trotz freier, für das Algenwachstum geeigneter Treibhauskapazitäten noch nicht etabliert. Das internationale Projekt IDEA (Implementation and development of economic viable algal-based value chains) zielt darauf ab, bestehende und mögliche zukünftige Wertschöpfungsketten (Lebensmittel-, Futtermittel-, kosmetische Anwendungen) basierend auf Algenbiomasse zu entwickeln und voranzutreiben. Eine Verbindung zwischen Forschung und Anwendung ist hier von größter Bedeutung.

 

Wie lassen sich Algen für bio-basiertes Wirtschaften im Rheinischen Revier nutzen? - Großes Interesse bei interdisziplinärem Workshop am Forschungszentrum Jülich

Interessierte aus Landwirtschaft, Industrie und Wissenschaft nutzten am 16. Januar die Gelegenheit, sich über wirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten von Algen im Rheinischen Revier und darüber hinaus auszutauschen. Die Resonanz war groß: mehr als 50 Teilnehmer waren der Einladung der Initiative BioökonomieREVIER und des Forschungs-Konsortiums IDEA (Implementation and Development of Economic viable Algae-based value chains) zum Institut für Pflanzenwissenschaften (IBG-2) am Forschungszentrum Jülich gefolgt.

Der Workshop lieferte einen umfassenden Überblick über die derzeit in der Region und anderen Gebieten durchgeführten Projekte und Anwendungen mit Algen: von der Biomasseproduktion über die Verarbeitungskette bis hin zur Vermarktung und nicht zuletzt dem Bedarf für die Forschung.

Ein besonderes Interesse lag auf der Schließung von Nährstoffkreisläufen und der Produktion von Biomasse unter lokalen klimatischen Bedingungen. Hierzu wurden Verfahren zur Aufreinigung verschiedener Abwässer vorgestellt. Die Technische Hochschule Mittelhessen etwa präsentierte die Reinigung von öffentlichen Abwässern aus Kläranlagen mit Algen in Rotenburg. Wie industrielle Abwässer aus der Fischzucht durch Algen gereinigt werden können, erklärte die Firma Phytolinc aus Köln. Diese Einsatzgebiete erfordern keine kostspielige Entwässerung der geernteten Algenbiomassen und können dadurch wirtschaftlich sehr interessant sein.

Mit Algenbiomasse in getrockneter Form für Futtermittel sowie Biomasse-Behandlungen beschäftigen sich FeedDesignLab und BioTreatCenter. Der Algenproduzent Mial GmbH aus Norddeutschland stellt hochwertige Biomasse und Extrakte mit den Algenarten Spirulina und Chlorella her.

Aus dem Kreis der Teilnehmer wurde mehrfach die Frage nach der Produktqualität und –sicherheit gestellt. Diese kann eindeutig beantwortet werden: Algenbiomasse- und -produkte müssen auf jeden Fall unbedenklich für Mensch und Umwelt sein!

Generell besteht ein starkes Interesse daran, Algen in die Wasseraufbereitung, Düngerproduktion und Landwirtschaft zu integrieren. Die Voraussetzung hierfür ist, dass die Verfahren sowohl ökonomisch wie praktikabel sind. Es ist Ziel der Initiative BioökonomieREVIER am Forschungszentrum Jülich, das hierzu geeignete Umfeld zu schaffen um potentielle Akteure in der Region zu vernetzen. Die Zukunftsaussichten für eine wirtschaftlich interessante Algenproduktion in der Region sehen also gut aus.

 

Algenbasierte Wertschöpfungsketten und Schnittstellen zur Bioökonomie

Der Workshop hat am 16. Januar 2020, 09:00-17:00 Uhr, am Forschungszentrum Jülich stattgefunden.

 ProgrammWeitere Informationen zu den teilnehmenden Unternehmen und Wissenschaftsinstitutionen finden Sie hier: www.biosc.de, www.phytolinc.com, www.mint-engineering.de, www.thm.de, www.vito.be, www.feeddesignlab.nl, www.fh-aachen.de, www.fz-juelich.de, MIAL GmbH

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