23.07.2026
Natürlich schützen: Wie Brennnesseln die Färberdistel stärken könnten
Sind Brennnessel und Saflor das neue Traumpaar? Zumindest wenn es um nachhaltigen Pflanzenschutz geht, könnte das der Fall sein.
Gemeinsam mit unserem Partner AgPrime GmbH testen wir von BioökonomieREVIER derzeit auf einem Versuchsfeld direkt vor den Toren des Forschungszentrums Jülich den Einsatz eines fermentierten Brennnessel-Produkts (umgangssprachlich: Jauche) zum Schutz der Färberdistel (Saflor). Die Pflanzen wurden zuvor von Jülicher Forscherinnen und Forschern eingesät.
Der Versuch ist Teil des Projekts CircuPlantection. AGPrime untersucht darin gemeinsam mit GENAWIF – Society for Natural Compound- and Drug Research, ob ein durch Fermentation hergestelltes Brennnesselprodukt Kulturpflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Umwelteinflüsse machen kann. Im aktuellen Feldversuch testen wir das Brennnesselferment unter Freilandbedingungen. Dabei untersuchen wir, ob es Färberdisteln (Saflor) vor dem Befall durch bestimmte krankheitserregende Pilze schützen.
Nachhaltiger Pflanzenschutz direkt aus der Region
Die Brennnessel ist ein Alleskönner. Sie wird bereits als Heilpflanze genutzt und könnte künftig ebenfalls als Faserlieferant, Futtermittel oder Rohstoff für Nahrungsergänzungsmittel an Bedeutung gewinnen. Doch auch ihre Qualitäten als Düngemittel sind nicht zu unterschätzen. Viele Hobbygärtner kennen Brennnesseljauche bereits als Dünger für den heimischen Garten. Sie ist stickstoff- und kaliumreich, fördert das Pflanzenwachstum und soll gegen Ungeziefer helfen.
Sollte sich der Ansatz bewähren und Brennnessel und Saflor tatsächlich gut zusammenpassen, könnte eine neue Wertschöpfungskette für das Rheinische Revier entstehen. Nachhaltiger Pflanzenschutz direkt aus der Region für die Region. Da beide Pflanzen hier wachsen, bleiben die Transportwege kurz – ganz im Sinne einer Modellregion für Bioökonomie.
Sie möchten mehr über unsere Saflor- und Brennnessel-Projekte wissen? Sprechen Sie unsere Transformationsmanagerinnen Franziska Hermanns und Dr.-Ing. Theodosia Kourkoutsaki an.