14.01.2026
Mit Solarkraft auf dem Acker – so gelingt eine doppelte Ernte
Wollen wir Energie oder Lebensmittel? Agri-Photovoltaik (Agri-PV) kann beides!
Agri-PV ist kein Zukunftsversprechen mehr – sondern wird konkret erforscht und standardisiert. Das zeigt das BioökonomieREVIER-Innovationslabor AgriFEe.
Wie lassen sich zukünftig Solarmodule und Landwirtschaft zusammenbringen? Daran forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich in der Nähe von Merzenich-Bürgewald im Agri-Food-Energy-Park. Unter anderem mit Spinat, Rote Bete, Blaubeeren oder Bohnen wird untersucht, welche Kulturen sich gut in Agri-PV-Anlagen anbauen lassen. 🌾
Die Forschenden untersuchen dabei verschiedene Anlagentypen. Diese können hoch über dem Feld gebaut, hochkant aufgestellt oder auf Gewächshäusern montiert werden. Unter und zwischen den Modulen können dann sogar Traktoren fahren.
Darüber hinaus kooperieren die Forschenden eng mit regionalen Landwirten und Landwirtinnen. Denn diese profitieren von den Anlagen: Agri-PV-Systeme können die Einkommensstrukturen landwirtschaftlicher Betriebe stabilisieren und zur Reduktion von Auswirkungen des Klimawandels beitragen.
Wo solche Anlagen besonders gut eingesetzt werden können, ist jedoch regional unterschiedlich. Eine einzige optimale Lösung für alle Standorte gibt es nicht. Wie sich eine Agri-PV-Anlage auf die Erträge und die Wirtschaftlichkeit auswirkt, ist abhängig vom Klima, den angebauten Kulturen, und dem sozioökonomischen und regulatorischen Kontext. Die Details beschreibt der im November im Nature Reviews Clean Technology Magazin erschienene Artikel „Scientific frontiers of agrivoltaic cropping systems“. Zu den Autoren gehört auch der Jülicher Forscher Onno Muller.
Allerdings braucht es für eine gelungene Umsetzung nationale und internationale Regelwerke. Um ein einheitliches Regelwerk für Deutschland zu schaffen, arbeiten Agri-PV-Forscher unter anderem des Forschungszentrums gemeinsam mit weiteren Experten gerade an einer neuen DIN-Norm, eigens für solche Anlagen. Die Grundlage im Normungsprozess ist die vorhandene Vornorm DIN SPEC 91434. Ziel ist eine einheitliche Regelung, wie in Deutschland Agri-PV-Anlagen aufgebaut sein sollen und worauf Genehmigungsbehörden achten müssen. Die Norm stellt dann die Grundlage für rechtlich bindende Regelwerke und Gesetze beispielsweise im Energierecht, Baurecht oder bei der landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen.
Dies bedeutet zukünftig Planungs- und Rechtssicherheit für Landwirte und Landwirtinnen, Investoren und Behörden.
Das Innovationscluster BioökonomieREVIER wird gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit Mitteln aus dem SofortprogrammPlus für den Kohleausstieg.