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29.07.2025

Orange Färberdistel-Power im Tagebau begeistert NRW-Ministerinnen

Dr. Corvin Volkholz von Ilco Chemikalien, Ministerin Ina Brandes in einem hellblauen Kleid und Ministerin Mona Neubaur in schwarzer Kleidung stehen gemeinsam mit weiteren Personen im Freien. Ina Brandes lächelt in die Kamera, während Mona Neubaur eine gelbblühende Färberdistel in der Hand hält. Im Hintergrund sind weitere Menschen und ein leicht ansteigendes Feld zu sehen. Die Stimmung wirkt aufmerksam und interessiert. ©Zukunftsagentur Rheinisches Revier / René Frampe

Im Hintergrund dreht sich noch der Bagger – doch vorne wachsen auf karger Erde schon orange leuchtende Blumen. Dieser Anblick bot sich NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes bei ihrer Sommerreise zu Strukturwandel-Hotspots der Bioökonomie im Rheinischen Revier. Unter anderem unternahmen die Politikerinnen einen Ausflug in den Tagebau Hambach, unterhalb des Aussichtspunkt Forum Terra Nova bei Elsdorf. Das Ziel: der „Wellenschlagsbereich“ des zukünftigen Hambacher Sees.

Dort, wo in einigen Jahrzehnten Wellen auf ein Seeufer treffen, baut zurzeit auf rund vier Hektar Fläche des Tagebaubetreibers RWE Power das Forschungszentrum Jülich im Rahmen von BioökonomieREVIER gemeinsam mit regionalen Partnern Färberdisteln an. Ziel ist es, mit der Färberdistelwirtschaft eine produktive Zwischennutzung ehemaliger Tagebauflächen zu etablieren.

Öl für die Kosmetikindustrie oder umweltfreundliche Schmiermittel

Die Kooperation aus Akademia und Industrie verspricht einen Innovationsschub für den Aufbau neuer Wertschöpfungsketten. Dadurch können biogene Rohstoffe mehrfach und synergistisch genutzt werden. Ein Projektpartner aus der mittelständischen Industrie ist Dr. Corvin Volkholz, Geschäftsführer des Erkelenzer Unternehmens ILCO Chemikalien. Burkhard Liesen vom Scheidtweiler Hof in Nörvenich testet die Anbau- und Erntebedingungen dieser neuartigen Feldfrucht für die Landwirte im Rheinischen Revier.

Das Öl, das aus den Distelsamen gepresst wird, kann in der Kosmetikindustrie oder als Ausgangsverbindung für umweltfreundliches Schmiermittel genutzt werden. Darüber hinaus sind die Fasern der Pflanze ein interessanter Rohstoff für Papier oder Verpackungen und Faserverbundstoffe. Enge Verbindungen gibt es daher zur faserbasierten Industrie und den Strukturwandelprojekten des FaserInnovationsZentrum Zerkall (FIZZ) sowie der Modellfabrik Papier – vertreten durch Holger Klose vom Forschungszentrum Jülich.

Färberdistel als Chance für Brachflächen im Tagebau

Nicht zuletzt kann die Färberdistel die Artenvielfalt bereichern, bietet sie doch durch ihre lang andauernde Blüte Nahrung für Insekten.
RWE Power unterstützt das Projekt als Chance für die Zwischennutzung der Brachflächen im Tagebau. Der Leiter der Sparte Tagebaue, Dr. Markus Kosma, begleitete die Gruppe.

Die beiden Ministerinnen zeigten sich begeistert von den vielfältigen Anknüpfungsmöglichkeiten des Färberdistel-Anbaus als fossilfreie Rohstoffalternative. Das Projekt zeigt eindrücklich die enge Verknüpfung von Industrie, Landwirtschaft, Kommunen und Wissenschaft für die Gestaltung einer Modellregion für Bioökonomie im Rheinischen Revier.

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