zurück zur Übersicht
24.07.2026

Feldexkursion mit Landwirten im Rheinischen Revier

© Forschungszentrum Jülich / BioökonomieREVIER / Anke Krüger

Womit lässt sich in der Landwirtschaft im Rheinischen Revier zukünftig Geld verdienen? Mit dieser Frage im Kopf ist BioökonomieREVIER mit 40 Interessierten aus der Landwirtschaft zu unseren Feldstandorten gefahren. Die Exkursion zeigt deutlich: Der Wandel der Braunkohleregion eröffnet nicht nur neue Landschaften, sondern auch mögliche neue Einkommensperspektiven für die Landwirtschaft.

Auf der Sophienhöhe direkt auf den Randflächen des Tagebaus Hambach haben wir gesehen, wie RWE frisch rekultivierte Böden mit Luzerne und anderen Hülsenfrüchten aufbaut. Gleich nebenan forscht das Forschungszentrum Jülich auf einer weltweit einzigartigen Feldversuchs-Infrastruktur auf aufgeschütteten, kargen Substraten. Hier wird erprobt, wie Nutzpflanzen wie Saflor, Lein oder Gerste mit möglichst wenig Nährstoffen und Wasser ertragreich angebaut werden können.

BioökonomieREVIER ermöglicht die vorwettbewerbliche Erprobung für konkrete Bedarfe aus Industrie und Landwirtschaft - und bringt dafür die richtigen Partner zusammen. Damit aus Ideen Wertschöpfung in der Region wird.

Beim nächsten Halt an Agrarflächen beim Forschungszentrum Jülich und am Neesenhof in Bürgewald haben Industriepartner von BioökonomieREVIER die Relevanz neuer, nachhaltiger Ölquellen erläutert. Die Saflor-Pflanze, auch bekannt als Färberdistel, eignet sich hervorragend als Ausgangsverbindung für umweltfreundliche Schmiermittel. Für die Landwirtschaft kann sie eine alternative Ölfrucht werden. Option in der Fruchtfolge werden – neben Raps oder Sonnenblume.

Die scheinbar „gewöhnliche“ Brennnessel hat das Potenzial für eine echte Zukunftskultur im Rheinischen Revier - als Faserlieferant, Proteinquelle in Futtermitteln, Nahrungsergänzungsmittel, Heilmittel, Dünger für den Garten oder als Pflanzenstärkungsmittel, etwa gegen Pilzbefall an Saflor.

Rainfarn, Kapuzinerkresse und Löwenzahn und Co. konnten wir im Schaugarten im Agri-Food-Energy-Park bei Bürgewald bestaunen. Sie können interessante Inhaltsstoffe liefern, etwa für die Medizin oder Naturkautschuk für die Industrie. Diese Beispiele zeigen die Bandbreite, was an Sonderkulturen und Nutzungen möglich ist. Auch die Erfahrungen mit verschiedene Typen an flächeneffizienten Agri-PV-Anbausystemen, die Ackerbau mit Stromerzeugung kombinieren, wurden erläutert.

Besonders eindrücklich war, wie viel Innovation bereits in der Praxis steckt: Neue Kulturen, neue Anbausysteme und sogar neue Maschinen – aber vor allem neue Kooperationen für Akteure im Bereich der Bioökonomie. Denn genau darum geht es jetzt: Die Lücke schließen zwischen erstem Ausprobieren und einem funktionierenden Geschäftsmodell für Abnehmer und vor allem für landwirtschaftliche Betriebe.

Haben Sie Interesse an Pilotprojekten oder Demonstrationsflächen? – Sprechen Sie uns an!

Ihre Ansprechpersonen bei BioökonomieREVIER:

Dr. Robert Hilden – Landwirtschaft
Franziska Hermanns - Saflor
Dr-ing. Theodosia Kourkoutsaki – Brennessel

Die Exkursion war Teil einer gemeinsamen Veranstaltung von BioökonomieREVIER und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier.

 

linkedin
Newsletter
Ansprechpartner