Mehr Nachhaltigkeit in der Agrarproduktion

Berichte und Dialog

Landwirte gesucht - Umfrage zu nachhaltigen Anbaumethoden im Rheinischen Revier

21.04.2021

Von Vielfalt im Anbau bis Agro-Photovoltaik - im Rahmen des Strukturwandels durch den Kohleausstieg werden verschiedenste nachhaltige Anbaumethoden und Technologien in der Landwirtschaft diskutiert.

Durch die Umfrage der Kompetenzplattform Transform2BIO des Bioeconomy Science Center möchten wir verstehen, welche Themen Ihnen als Landwirtinnen und Landwirten aus der Region bei Ihren Entscheidungen wichtig sind und welche Verfahren Sie als relevant erachten.

Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit, um Ihre Meinung zu teilen und helfen Sie, den Strukturwandel zu gestalten.

Pro 100 Teilnehmenden aus NRW verlosen wir zwei Gutscheine der Firma Engelbert Strauss im Wert von je 50 Euro.

Zur Umfrage

Agroforst auf Erfolgskurs - auch im Rheinischen Revier

10.02.2021

Für die Agroforstwirtschaft scheint 2021 ein Erfolgsjahr zu werden. Am 13. Januar wurde im Bundestag zu Agroforstsystemen debattiert und der Antrag der Fraktionen CDU/CSU und SPD angenommen.

Dieser Antrag soll „die Agroforstwirtschaft fördern und dabei die Produktivität, Klimaresilienz und Biodiversität steigern. Demnach sollen durch die Bundesregierung Leistungen von Agroforstsystemen honoriert werden, indem die Förderfähigkeit von Agroforstsystemen noch in der aktuellen Förderperiode der derzeitigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ermöglicht werden soll. Außerdem sollen Agroforstsysteme als pflanzenbauliches Werkzeug der Ackerbaustrategie anerkannt werden.“ In den nächsten Monaten wird es nun um die Ausgestaltung der Förderung gehen.

Auch im Rheinischen Revier gibt es positive Entwicklungen im Bereich Agroforst. So hat der Email-Verteiler zu Agroforstwirtschaft im Rheinischen Revier hier können Sie sich anmelden bereits knapp 70 Abonnenten und die Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER erreichen fast wöchentlich neue Anfragen zur weiteren Vernetzung - auch über das Revier hinaus. Eine Neuerung gibt es bei den digitalen Stammtischen: Zukünftig finden Sie die Impulsvorträge als Videoaufzeichnungen hier auf der Webseite im Bereich Agroforst. Den Anfang hat Frau Sabine Hörnicke mit Ihrem Vortrag über Mykosysteme – Pilzwirtschaft im Agroforst gemacht.

Hiermit möchten wir Sie auch herzlich zum dritten digitalen Agroforst-Stammtisch der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER einladen. Dieser wird am Dienstag 02.03.2021 von 18.00-19.30 Uhr stattfinden. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einem Überblick über die aktuellen Agroforst-Entwicklungen im Revier, wird es wieder einen Impulsvortrag geben. Das diesmalige Thema lautet „Silvopastorale Agroforstsysteme“. Im Kurzvortrag stellen Experten von TRIEBWERK die Chancen und Herausforderungen dar, die durch die Kombination von Gehölzen und Grünlandflächen entstehen können. Hinter "TRIEBWERK" steht ein engagiertes Trio, das sich für eine ökologisch-regenerative Form der Landwirtschaft einsetzt. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Beratung und Planung regenerativer Landnutzungskonzepte anhand multifunktionaler Agroforstsysteme. In Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftenden planen wir dem Betrieb angepasste Agroforstsysteme und bieten Beratung zur Optimierung der bisherigen Betriebszweige. Weitere Informationen: www.triebwerk-landwirtschaft.de.

Bei weiteren Fragen zum Thema Agroforst wenden Sie sich gerne an Dr. Leonie Göbel von der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER.

Auf Schloss Türnich: Zukunft erleben und Teil einer großen Vision werden!

13.10.2020

Eine Schlüsselposition in der Entwicklung einer "enkeltauglichen" Zukunft kommt dem Zusammenspiel von Natur, Erholung und nachhaltiger Lebensmittelproduktion zu.

Die Herausforderungen gegenwärtiger Entwicklungen zwingen uns, die Systeme unseres Wirtschaftens zu überdenken und basierend auf nachhaltigen Kreislaufsystemen zu resilienten Systemen weiterzuentwickeln. In der Öffentlichkeit steigt die Relevanz des Themas derzeit massiv. Hier wird das Zukunftsensemble Schloss Türnich Informationen, Antworten und Inspiration zu vielfältigen Fragestellungen liefern und dabei besonderen Fokus auf das Zusammenwirken der einzelnen Bereiche legen. Gleichzeitig entsteht ein inspirierender Ort für Events, Naherholung, Naturtourismus und Firmenseminare. Ziel ist, den Ort für eine breite Öffentlichkeit zu einem innovativen und naturnahen Erfahrungsort zu machen, der Prototypen nachhaltiger Landwirtschaft, Ernährung und Gesundheit aufzeigt und Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, sowie gesell-
schaftlichen und sozialen Fragestellungen Raum gibt.

Die Vision ist die Gestaltung einer Kulturlandschaft, die unter anderem als Modell zur Weiterentwicklung der Region dient und überregionale Strahlkraft entwickelt.

Als Gestaltungsgrundlage für das Zukunftsensemble Schloss Türnich wurde das Konzept der Permakultur herangezogen. Das Wort Permakultur ist aus den Wörtern „permanent“ und „agriculture“ entstanden. Ursprünglich beschreibt es eine Landwirtschaft, die nachhaltig und umweltverträglich ist. Mittlerweile hat sich die Philosophie der Permakultur weiterentwickelt und steht für einen systemischen Ansatz, der eine Kultur der nachhaltigen Lebensweise und Landnutzung beschreibt.
Die Gestaltungsprinzipien der Permakultur umfassen z.B. auch die Gestaltung von wirtschaftlichen Systemen und des menschlichen Zusammenlebens, also eine komplette „permanente Kultur“. Ziel ist, unser Leben als Menschen so
in die natürlichen Kreisläufe und Prozesse einzupassen, dass wir die Natur effizient nutzen können, ohne ihr dauer-
haft zu schaden.

Dieser ganzheitliche Denkansatz der Permakultur liegt der Gesamtplanung des Zukunftsensembles zugrunde und
findet sich in all seinen Bereichen wider.

Zukunftsensemble Schloss Türnich

Große Resonanz bei Agroforstveranstaltung von BioökonomieREVIER

07.10.2020

Diese Frage wurde im Rahmen einer virtuellen Informationsveranstaltung der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER am 5. Oktober 2020 diskutiert. Die Referenten waren führende Agroforst-Experten aus Deutschland, unter anderem die Vorsitzenden des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft (DeFAF).

Klimawandel, neue politische Rahmenbedingungen oder die kritische Betrachtung durch die Verbraucher setzen die Landwirtschaft unter hohen Erfolgsdruck. Benötigt werden deshalb innovative Anbausysteme, um nachhaltige Lösungen für diese drängenden Herausforderungen zu finden.


Als Agroforst werden Landnutzungssysteme bezeichnet, bei denen Gehölze - Bäume oder Sträucher - mit Ackerkulturen oder Grünland und bzw. oder Tierhaltung auf der gleichen Fläche kombiniert werden. Durch die verschiedenen Komponenten entstehen ökologische und wirtschaftliche Vorteile. Beispiele sind Streuobstwiesen, Pappelanbau in Hühnerausläufen, integrierte Energie- oder Wertholzstreifen auf Acker und Grünland und Gewässerrandstreifen. Im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier könnten durch Agroforstsysteme neue regionale Produkte und Wertschöpfungsoptionen entstehen.

Dr. Christian Böhm (BTU Cottbus) betonte die Vielfalt von Agroforstsystemen, die im Rheinischen Revier möglich sind: Neben Baumstreifen mit Wert- und Energieholz oder klassischen Streuobstwiesen können auch Trüffel oder Bärlauch in Agroforstsystemen angebaut werden. Laut Prof. Dr. Eike Lüdeling (Universität Bonn) können Agroforstsysteme, gerade mit Bezug auf den steigenden Druck durch den Klimawandel, eine nachhaltige Alternative für die landwirtschaftliche Produktion sein und die Diversität der Produkte steigern.

Fragen der rund 70 Teilnehmenden zeigen ein hohes Interesse an der praktischen Umsetzung z.B. welche Baumarten für ein Agroforstsystem im Rheinischen Revier geeignet sind oder was beim Pflanzenschutz berücksichtigt werden muss. Praktische Erfahrungen bei der Anlage und Pflege von Agroforstsystemen stellte der Landwirt Thomas Domin (Domin’s Hof Peickwitz) vor, der auf seinem Betrieb in der Lausitz Rekultivierungsflächen aus dem Braunkohletagebau mit Agroforstsystemen bewirtschaftet. Ein großes Hindernis für Agroforstsysteme stellt nach wie vor jedoch die oft unklare rechtliche Situation dar, zu der Dr. Wolfgang Zehlius-Eckert (TU München) einen Einblick gab. So muss vor Anlage eines Agroforstsystems unter anderem die Frage des Ackerstatus geklärt werden.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Rheinischen Revier wurde betont, dass bei der Anlage von Agroforstflächen die Diversität der verwendeten Arten und der Naturschutz direkt bei der Planung mitgedacht werden sollten. Gerade bei jungen Landwirten im Rheinischen Revier ist ein großes Interessen an innovativen Anbaukonzepten vorhanden. Dieser Elan kann u.a. durch den Strukturwandel gestärkt werden. Hier bieten sich etwa großflächige Reallabore an, die eine intensive Begleitforschung ermöglichen und deren Ergebnisse über das Rheinische Revier hinaus ausstrahlen könnten.

Die Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER wird zukünftig einen Verteiler für Agroforst-Interessierte im Rheinischen Revier einrichten und einen Stammtisch zur Vernetzung organisieren. Weitere Informationen gibt es in Kürze hier.

Eine weitere Anlaufstelle für Informationen zum Thema Agroforst ist der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (www.defaf.de).

 

Wie lassen sich Algen für bio-basiertes Wirtschaften im Rheinischen Revier nutzen?

04.02.2020

Interessierte aus Landwirtschaft, Industrie und Wissenschaft nutzten am 16. Januar die Gelegenheit, sich über wirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten von Algen im Rheinischen Revier und darüber hinaus auszutauschen. Die Resonanz war groß: mehr als 50 Teilnehmer waren der Einladung der Initiative BioökonomieREVIER und des Forschungs-Konsortiums IDEA (Implementation and Development of Economic viable Algae-based value chains) zum Institut für Pflanzenwissenschaften (IBG-2) am Forschungszentrum Jülich gefolgt.

Der Workshop lieferte einen umfassenden Überblick über die derzeit in der Region und anderen Gebieten durchgeführten Projekte und Anwendungen mit Algen: von der Biomasseproduktion über die Verarbeitungskette bis hin zur Vermarktung und nicht zuletzt dem Bedarf für die Forschung.

Ein besonderes Interesse lag auf der Schließung von Nährstoffkreisläufen und der Produktion von Biomasse unter lokalen klimatischen Bedingungen. Hierzu wurden Verfahren zur Aufreinigung verschiedener Abwässer vorgestellt. Die Technische Hochschule Mittelhessen etwa präsentierte die Reinigung von öffentlichen Abwässern aus Kläranlagen mit Algen in Rotenburg. Wie industrielle Abwässer aus der Fischzucht durch Algen gereinigt werden können, erklärte die Firma Phytolinc aus Köln. Diese Einsatzgebiete erfordern keine kostspielige Entwässerung der geernteten Algenbiomassen und können dadurch wirtschaftlich sehr interessant sein.

Mit Algenbiomasse in getrockneter Form für Futtermittel sowie Biomasse-Behandlungen beschäftigen sich FeedDesignLab und BioTreatCenter. Der Algenproduzent Mial GmbH aus Norddeutschland stellt hochwertige Biomasse und Extrakte mit den Algenarten Spirulina und Chlorella her.

Aus dem Kreis der Teilnehmer wurde mehrfach die Frage nach der Produktqualität und –sicherheit gestellt. Diese kann eindeutig beantwortet werden: Algenbiomasse- und -produkte müssen auf jeden Fall unbedenklich für Mensch und Umwelt sein!

Generell besteht ein starkes Interesse daran, Algen in die Wasseraufbereitung, Düngerproduktion und Landwirtschaft zu integrieren. Die Voraussetzung hierfür ist, dass die Verfahren sowohl ökonomisch wie praktikabel sind. Es ist Ziel der Initiative BioökonomieREVIER am Forschungszentrum Jülich, das hierzu geeignete Umfeld zu schaffen um potentielle Akteure in der Region zu vernetzen. Die Zukunftsaussichten für eine wirtschaftlich interessante Algenproduktion in der Region sehen also gut aus.

Einen Einblick in die faszinierende Welt der Algen gibt es auch beim zweiten Scrolly-telling von BioökonomieREVIER: Die faszinierende Welt der Algen.

Die faszinierende Welt der Algen

 

PLAIN: neue Plattform für Lebensmittel, Agrarwirtschaft, Innovation und Nachhaltigkeit gegründet

16.12.2019

Strukturwandel im Rheinischen Revier mit Land- und Ernährungswirtschaft als Triebfeder

Große Resonanz in Jülich: bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Umweltministerium, Forschungszentrum Jülich und Zukunftsagentur wurde das regionale Branchennetzwerk PLAIN im Rheinischen Revier gegründet. Das Netzwerk soll die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse formulieren und gemeinsame übergreifende Themen und Ziele definieren und dann auch umsetzen.

"Ich sehe gute Chancen, dass diese neue Plattform ein wichtiger Gestalter des Rheinischen Reviers hin zu einer nachhaltigen Modellregion wird - mit vielen neuen, qualifizierten Arbeitsplätzen in Industrie, Handwerk und Gewerbe", sagte Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der entscheidende Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation sind Innovationen. Ein dabei wichtiger Zukunftszweig ist die Bioökonomie. Sie bildet die Grundlage einer Wirtschaftsweise, die in Kreisläufen organisiert ist. Anstelle von Ressourcenausbeutung rücken Lösungen in den Mittelpunkt, die zur Mehrfachnutzung nachwachsender Rohstoffe beitragen.

Ministerin Heinen-Esser sieht in der Bioökonomie ein großes Potenzial: "Mit Hilfe der Land- und Ernährungswirtschaft und entsprechenden Zukunftstechnologien können wir Lösungen entwickeln, wie eine Wirtschaft jenseits fossiler Rohstoffe organisiert werden kann. So kann das Rheinische Revier zu einem Modell für andere Strukturwandelregionen werden. Eine dafür wichtige Grundlage seien eingespielte Partnerschaften zwischen Land- und Ernährungswirtschaft, Forschung und weiterverarbeitender Industrie bis hin zu den Verbrauchern."

"Zukünftige Generationen werden uns daran messen, ob wir alte Pfade in Konsum und Produktion verlassen und alternative, nachhaltige Wege eingeschlagen haben - mit Respekt vor den Grenzen natürlicher Ressourcen - und mit Blick auf den ökologischen und sozialen Rahmen."

Mitgründer der Plattform PLAIN ist die aus dem Forschungszentrum Jülich heraus koordinierte Initiative Modellregion BioökonomieREVIER. Diese soll die Transformation des Rheinischen Reviers in eine Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften gestalten - auf der Basis biobasierter Innovationen sollen neue, regionale Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle etabliert werden. Das Rheinische Revier bietet dafür herausragende wissenschaftliche und wirtschaftliche Voraussetzungen.

Weitere Informationen unter: Umweltministerium NRW

Umweltministerium NRW

Erfolgreicher Auftakt für den Revierknoten „Agrobusiness und Ressource“

18.10.2019

Mit rund 170 Teilnehmer aus Kommunalpolitik, Verbänden, Landwirtschaft, Industrie und Wissenschaft wurde am 18.10.2019 in Düren der Dialogprozess im Rahmen des Strukturwandels gestartet. Durch gemeinsame Anstrengungen soll die Region zu einer europäischen Modellregion für Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft mit einer internationalen Strahlkraft werden.

Der Revierknoten-Vorsitzende und Organisator der Fachtagung Jens Bröker, indeLand GmbH, rief dazu auf „Gutes Leben und Arbeiten in der Region auch in Zukunft möglich zu machen“. Die Aspekte Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Klimaschutz standen daher im Vordergrund. Bereits vorab waren die Teilnehmer aufgerufen ihre Ideen einzureichen. In einer intensiven Workshop-Phase wurden daraus mögliche Handlungsfelder diskutiert, weiterentwickelt und neue Ideen gesammelt. Der Teilbereich „Agrobusiness“ wurde von Prof. Dr. Ulrich Schurr vom Forschungszentrum Jülich geleitet, der Teilbereich „Ressource“ durch Klaus Dosch von der Faktor X Agentur.

Die Ergebnisse der Fachtagung bilden die Grundlage für die erste Version des Wirtschafts- und Strukturprogramm für das Rheinische Revier, das am 13.12.2019 bei der Revierkonferenz der Zukunftsagentur Rheinisches Revier vorgestellt werden wird.

 Zukunftsagentur Rheinisches Revier

 

Veranstaltung des Verbands der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. - KompostKlub 2019

05.09.2019

Am 05.09.2019 tagte der VHE auf Einladung von VHE-Geschäftsführer Michael Schneider im Institut für Pflanzenwissenschaften (IBG-2) am Forschungszentrum Jülich mit über 50 Teilnehmern aus Praxis, Verwaltung und Verbänden und informierte über aktuelle Entwicklungen aus der Forschung. Der VHE – Verband der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. vertritt bundesweit Unternehmen und öffentlich rechtliche Körperschaften, die aus Bioabfällen hochwertige Kompost- und Gärprodukte, Biogas sowie biogene Brennstoffe erzeugen.

BioökonomieREVIER wurde durch Dr. Andreas Müller (FZ Jülich, IBG-2) vorgestellt. Die Verwendung von Kompost- und Gärprodukten ist ein essentieller Bestandteil der Kreislaufwirtschaft, die einen Schwerpunkt von Bioökonomie darstellt. Ein Beispiel zur Bodenverbesserung für eine nachhaltige Pflanzenproduktion (gerade auf marginalen Standorten) kann zukünftig die Verwendung von Biokohle aus Pyrolyse- und HTC-Verfahren als Bodenzuschlagsstoff sein. Dr. Arnd J. Kuhn (FZ Jülich, IBG-2) berichtete über die Vor- und Nachteile der beiden Herstellungsverfahren von Biokohle und seine Versuchen mit unterschiedlichen Nutzpflanzen (z.B. Mais, Möhre, Erdbeere). Durch unter anderem eine verbesserte Wasserhaltekapazität bei der Zugabe von Biokohle kann gerade auf marginalen Böden ein deutlicher Erntezuwachs erreicht werden. Dies kann möglicherweise eine Methode sein um rekultivierte Böden aus den Tagebauten für den Ackerbau weiter aufzuwerten. Bei der Rekultivierung werden Oberböden für den Abbau von Braunkohle innerhalb kürzester Zeit abgetragen, homogenisiert und an neuer Stelle aufgebracht. Dr. Roland Bol (FZ Jülich, Institut Agrosphäre IBG-3) informierte über die räumlichen Muster der Nährstoffdynamik in diesen Böden im Rheinischen Revier. Hierbei wird in den ersten 20 Jahren zwar viel organischer Kohlenstoff angesammelt, inorganischer Kohlenstoff geht aber auf Dauer durch z.B. Auswaschung oder Emission als CO2 verloren. Ein weiterer Bestandteil von Bioökonomie und somit dem Wechsel von einer fossilen zu einer nachhaltigen Wirtschaft im Rheinischen Revier (= Ansatz von BioökonomieREVIER) können CO2-Kompensationen sein. Die Kompensation von CO2-Emissionen ist vor allem aus dem Flugverkehr bekannt. Bei verschiedenen Anbietern kann man durch z.B. Reisen entstandene CO2-Emissionen quantifizieren lassen und durch Zahlung eines errechneten Betrages, der meist an internationale Projekte weitergegeben wird, kompensieren lassen. Michael König von der Stiftung Lebensraum stellte eine Alternative vor der Haustür dazu vor. Die Klima-Humus-Zertifikate der Stiftung Lebensraum bieten eine Möglichkeit zur Finanzierung des Kohlenstoffeinbaus im Boden durch Humusaufbau auf landwirtschaftlichen Flächen. Ein erstes Beispielprojekt mit innovativen Landwirten wird Anfang 2020 in Rheinland-Pfalz eingeführt werden. Dies könnte auch eine Option für das Rheinische Revier sein. Praktische Einblicke gab es anschließend durch Dr. Heinz Peter Schrey (Geologischer Dienst NRW), der die Teilnehmer verschiedene Bodenarten hautnah durch Fingerproben erfühlen lies. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Führung durch die Forschungsgewächshäuser des Instituts für Pflanzenwissenschaften und Einblicke in den Tagebau Hambach.

 

 

Nachhaltige Landwirtschaft und Bioökonomie bieten Chancen im Strukturwandel

15.07.2019

Am 9. Juli 2019 fand in Inden, am Rand des Braunkohletagebaus Inden, das 6. BioSC Spotlight in Kooperation mit dem Vorhaben Modellregion BioökonomieREVIER Rheinland statt, das sich dem Strukturwandel im Rheinischen Revier und den Möglichkeiten für die Landwirtschaft im Rahmen einer nachhaltigen Bioökonomie widmete. Die rund 80 Teilnehmer kamen aus der Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunalpolitik, Landwirtschaftsverwaltung, Zivilgesellschaft, aus Umweltverbänden und aus der landwirtschaftlichen Praxis.

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