Mehr Nachhaltigkeit in der Agrarproduktion

Berichte und Dialog

Klimawandel: grüner Strom und innovative Landwirtschaft

© Forschungszentrum Jülich/ Ralf-Uwe Limbach

24.02.2022

„Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit“ - mit diesen Themen beschäftigt sich die Arbeitsgruppe II des IPCC (Weltklimarat, Intergovernmental Panel on Climate Change).

Im gleichnamigen neuen Teil des 6. IPCC-Weltklimaberichts, der am kommenden Montag offiziell vorgestellt wird, geht es darum, die Folgen des Klimawandels zu bewerten. „Anpassung“ ist auch ein wichtiger Aspekt der Jülicher Pflanzen- und Bioökonomie-Forschung. Beispiel: Mit der sogenannten Agri-Photovoltaik kann auf Feldern effizient „grüner“ Strom erzeugt werden, gleichzeitig findet eine vielfältige Landwirtschaft Platz, die sich an die Folgen des Klimawandels anpassen kann.

IPCC-Weltklimarat

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Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft: Start der Agroforst-Akademie

07.02.2022

Mit den aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft ändern sich auch die Anforderungen an die Landbewirtschaftung und die landwirtschaftliche Beratung.

Vor diesem Hintergrund möchte der deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) über ein neues Fortbildungsangebot für Landwirtinnen und Landwirte sowie Beraterinnen und Berater zur Agroforstwirtschaft informieren. Im Rahmen der in diesem Jahr startenden DeFAF Agroforst-Akademie finden erstmals zwei Jahreskurse statt, in denen umfangreiches Praxiswissen zur Agroforstwirtschaft vermittelt wird.

Angeboten wird ein Agroforst-Praxiskurs für landwirtschaftliche Praktikerinnen und Praktiker sowie ein Agroforst-Planungskurs für Beraterinnen und Berater aus der Agrarbranche.

Beide Kurse starten im Frühjahr und beinhalten mehrere Präsenz- und Onlinetermine. Die Anmeldung ist bis zum 20. Februar 2022 über ein Onlineformular möglich. Erste Informationen zu Inhalten, Terminen, Kosten und Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

 

Innovationslabore BioökonomieREVIER: Cluster "Innovative Landwirtschaft" wird weiter gefördert

© Forschungszentrum Jülich/Ralf-Uwe Limbach

07.12.2021

Mit der Gründung des BioökonomieREVIERS zu Beginn 2020 gingen auch 15 "Innovationslabore" an den Start. Sie sollen im Strukturwandel im Rheinischen Revier den schnellen Transfer neuer, biobasierter Verfahren aus unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaft in die Wirtschaft ermöglichen – basierend auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Der scheidende Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Thomas Rachel MdB überbrachte jüngst im Beisein von NRW-Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Dirk Günnewig einen Bescheid über 10 Millionen Euro: Damit werden zunächst sechs der Labore in einem Innovationscluster "Innovative Landwirtschaft" (InnoLa) bis zu fünf Jahre weiter gefördert. Die Mittel stammen aus dem Regelprogramm der Bundesregierung für den Strukturwandel in den Braunkohlerevieren. Die Initiative BioökonomieREVIER ist am Forschungszentrum Jülich angesiedelt und eine zentrale Maßnahme, mit der aus der Wissenschaft heraus der Strukturwandel gestaltet wird.

"Vor fast zwei Jahren haben wir den Grundstein dafür gelegt, dass im Rheinischen Revier eine Modellregion für eine nachhaltige Bioökonomie von nationaler und internationaler Strahlkraft entsteht", sagte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel bei der Überreichung der Urkunde. "Der heutige Tag ist der Auftakt für eine ganze Reihe von Projektförderungen für eine nachhaltige und klimaneutrale Bioökonomie, mit denen wir die Region für die Zeit nach dem Ausstieg aus der Kohleförderung zukunftsfähig machen wollen. Das ist auch ein wichtiger Schritt, um in der Region neue Arbeitsplätze zu schaffen."

"Der Strukturwandel im Rheinischen Revier wird gelingen, wenn wir es schaffen, die Forschungs- und Innovationskraft der Region zu nutzen und in neue Wertschöpfung und Arbeitskräfte zu übersetzen", ist Dr. Dirk Günnewig, Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, überzeugt. "Das BioökonomieREVIER zeigt eindrucksvoll, welche Potenziale im Rheinischen Revier zu heben sind, wenn Wirtschaft, Wissenschaft und Region zusammenarbeiten. Zugleich ist es ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Forschung das Leben der Menschen verändert und verbessert."

Zum Innovationscluster "Innovative Landwirtschaft" gehören folgende Labore, in denen mit verschiedenen Projektpartnern gearbeitet wird: BrainergyLab (Test- und Entwicklungslabor für Agrarrobotik, Präzisionslandwirtschaft, digitale Systeme und künstliche Intelligenz); DG-RR (Digitales Geosystem Rheinisches Revier); CircularPhytoRevier (Integrierte Wertschöpfung mit Anbau und Verwertung von Kräuter-, Heil- und Medizinalpflanzen); AgroInnovationLabs (Feldlabore für ressourceneffiziente Pflanzenproduktion und alternative Landwirtschaft); AgriFEe ( Agro-Food-Energy Park – Kopplung von Pflanzenproduktion und Photovoltaik) sowie AlgaeFertilizerBox (Rückgewinnung von Dünger aus nährstoffbelasteten Abwässern aus Kommunen und Landwirtschaft mit Algen-Containern).

Das Cluster "Innovative Landwirtschaft" ist das erste von drei Clustern, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im BioökonomieREVIER gefördert werden. Neun weitere Innovationslabore sollen in einem weiteren Schritt in den Innovationsclustern "Integrierte Bioraffinerie" sowie "Biotechnologie und Kunststofftechnik" gefördert werden. Der Koordinator der drei Innovationscluster, Prof. Ulrich Schurr, Direktor des Jülicher Instituts für Pflanzenwissenschaften und Initiator von BioökonomieREVIER, gab seiner Freude Ausdruck, dass damit die bislang geleistete Arbeit im BioökonomieREVIER gewürdigt und fortgesetzt wird: "Wir nehmen die Herausforderung des Strukturwandels an und wollen mit der nachhaltigen Bioökonomie wichtige Beiträge zu Arbeit und Beschäftigung und zum Aufbau innovativer Perspektiven leisten."

Mehr Informationen

Institut für Pflanzenwissenschaften am Forschungszentrum Jülich

Youtube: BioökonomieREVIER: Cluster „Innovative Landwirtschaft“ wird weiter gefördert

 

Bild: Bis zu fünf Jahre werden Projekte im Innovationscluster „Innovative Landwirtschaft“ gefördert. Bei der Bescheidübergabe dabei (v.re.): Prof. Frauke Melchior, Vorständin am Forschungszentrum Jülich, Thomas Rachel, Prof. Ulrich Schurr und Dr. Dirk Günnewig.

Richtfest für die erste Agri-PV Forschungs- und Demonstrationsanlage im Rheinischen Revier

© Forschungszentrum Jülich/BioökonomieREVIER/Ralf-Uwe Limbach

29.10.2021

Für eine erfolgreiche Energiewende sind vielfältige, innovative Lösungen gefragt, um den steigenden Strombedarf zukünftig bedienen zu können. Hierfür werden auch Freiflächen einbezogen werden müssen. Doch welche Möglichkeiten sind sinnvoll für das Rheinische Revier mit seinen hochwertigen Ackerböden? Eine kombinierte Nutzung von Flächen für Photovoltaik und Landwirtschaft kann eine Option sein. Jetzt war das Richtfest für die erste Agri-PV Anlage am „Ort der Zukunft“ in Morschenich-Alt. Im Rahmen der Strukturwandelinitiative BioökonomieREVIER wird das Forschungszentrum Jülich hier gemeinsam mit Partnern eine Demonstrationsanlage betreiben. Der Austausch mit der regionalen Landwirtschaft ist dabei ausdrücklich erwünscht.

Biobasierte, nachhaltige Innovationen sollen für neue, regionale Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle sorgen und das Rheinische Revier zu einer Modellregion für Bioökonomie machen. Die Initiative BioökonomieREVIER entwickelt hierzu gemeinsam mit Akteuren aus der Region vielfältige Ansätze für einen Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die wirtschaftliche Praxis.

Als erster im Feld sichtbarer Baustein entsteht eine Forschungs- und Demonstrationsanlage für Agri-Photovoltaik auf einer knapp 2 Hektar großen Ackerfläche durch das Forschungszentrum Jülich in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE. Gestern wurde von Staatssekretär Thomas Rachel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Beisein von Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren, sowie Jens Bröker, Vorsitzender des Revierknotens Ressourcen und Agrobusiness der Zukunftsagentur, Georg Gelhausen, Bürgermeister der Gemeinde Merzenich und den beteiligten Projektpartnern das Richtfest gefeiert.

Ziel der Anlage ist es, in praxisbezogenen Experimenten zu untersuchen, wie sich Photovoltaik und Pflanzenproduktion effektiv koppeln lassen. „Durch die Doppelnutzung der Fläche mit den aufgeständerten Photovoltaik-Modulen kann der Landwirt die Folgen des Klimawandels abfedern, den Ernteertrag durch höherwertig nutzbare Pflanzen steigern und gleichzeitig selbst Strom produzieren“, erläutert Professor Ulrich Schurr vom Institut für Pflanzenwissenschaften am Forschungszentrum Jülich.

Das Pflanzenwachstum wird dazu mit wissenschaftlichen High-Tech Methoden untersucht, um Photovoltaik- und Pflanzenertrag gemeinsam zu optimieren. In den Agri-PV Systemen der Zukunft wird Wasser für die Pflanzen gesammelt und gezielt zur Bewässerung und Ernährung der Pflanzen genutzt. Spezialsysteme ermöglichen definiertes Kippen von PV-Modulen, um je nach Bedarf die Pflanzen mit besten Lichtbedingungen zu versorgen oder sie durch Abschattung vor hohen Temperaturen und Extremwetter zu schützen. Dies bedeutet, dass auch empfindliche Kulturpflanzen besser gedeihen, der Pflanzenanbau wird insgesamt klimaresilienter.
Geplant ist, vor allem solche Pflanzen zu kultivieren, die für den Landwirt ökonomisch interessant sind, wie zum Beispiel regenempfindliche Beerenfrüchte, Medizinal- und Heilpflanzen oder Pflanzen für die stoffliche Verwertung für Öle, Fasern etc. Die Forscher sind dabei offen für weitere Anregungen aus der regionalen Praxis.

Kooperationspartner
Das Konsortium dieses Teilprojekts der Innovationslabore der Initiative BioökonomieREVIER besteht aus den Instituten für Pflanzenwissenschaften (IBG-2) und Photovoltaik (IEK-5) des Forschungszentrum Jülich, des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ISE sowie des Anlagenhersteller SUNFarming GmbH. Für die Gemeinde Merzenich ist die Agri-PV-Anlage das erste sichtbare Projekt im Umfeld des Entwicklungsraums Morschenich-Alt. Einbezogen sind ferner der Kreis Düren als genehmigende Behörde sowie der Grundstückseigentümer und Projektentwickler Hans-Wilhelm Hambloch.

Projektförderung
Diese Agri-PV Anlage ist als Teilprojekt „Innovationslabor APV 2.0“ eines von insgesamt 15 erfolgversprechenden Forschungsansätzen, die vom BMBF im Rahmen der Strukturwandelinitiative BioökonomieREVIER aus Mitteln des Sofortprogramms der Bundesregierung gefördert werden. Die Innovationslabore stehen für wirtschaftsnahe Forschung mit dem Ziel der Transformation des Rheinischen Reviers von fossilem hin zu biobasiertem, nachhaltigen Wirtschaften.

Mehr zum Innovationslabor APV 2.0

 

„Der Vorkoster“ mit Sternekoch Björn Freitag: Bohnen-Boom – Vom Klassiker zum trendigen Superfood

© WDR

17.11.2021

Die Rheinische Ackerbohne bietet als gentechnikfreie und heimische Anbaufrucht viele Vorteile: Sie kann regional angebaut werden, leistet einen Beitrag zur biologischen Vielfalt im Rheinischen Revier und eignet sich als fett- und glutenarmer Eiweißträger hervorragend für eine gesunde menschliche Ernährung. Der Rheinsiche Ackerbohne e.V. beabsichtigt durch stark regional vernetzte Arbeit die Rheinische Ackerbohne mit all ihren Vorteilen in der Region bekannt zu machen.

Sternekoch Björn Freitag war mit dem WDR bei Familie Kremer auf dem Familienbetrieb Hof Lindenau zu Besuch und durfte die Rheinische Ackerbohne auf dem Feld und in der Küche kennenlernen.

Die Sendung ist bis zum 15.11.2022 in der WDR-Mediathek verfügbar. Dauer 44 Minuten.

Rezepte aus der Sendung:

Ackerbohnen-Hummus

Ackerbohnen-Frikadelle

Rheinische Schnippelbohnen

Rheinischer Schnippelbohnen-Eintopf

Githeri (Kenianischer Bohneneintopf)

Regionale Blühpatenschaften für mehr Biodiversität

21.06.2021

Eine nachhaltige Bioökonomie braucht Vielfalt auf dem Acker. Blühstreifen am Ackerrand sind hier eine Möglichkeit, Insekten Nahrung zu bieten. Im Rheinischen Revier engagieren sich gleich mehrere Initiativen aus Landwirtschaft, Vereinen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern für die Artenvielfalt unserer Kulturlandschaft.

Hier haben wir Akteure aus der Region aufgelistet. Mit einigen Gruppen sind wir als Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER bereits in engem Austausch. Es geht dabei um die Vernetzung untereinander und das gemeinsame Gespräch, wie man innovative Landnutzung, Biodiversität und die Auswirkungen des Klimawandels in Einklang bringen kann.

Diese Übersicht hat keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie auf diesem Gebiet ebenfalls aktiv sind und mit uns über weitere Möglichkeiten wie Fördermaßnahmen und das Ausprobieren neuer Ideen sprechen möchten, melden Sie sich gerne.

Lokale Aktivitäten

Aktion "Blühpatenschaft" der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach
Interessierte Bürger buchen zu einem festgelegten Preis direkt bei einem beteiligten Landwirt aus der Region Blühflächen, die dann Insekten als Weide sowie Feldvögeln und Niederwild als Deckung und Rückzugsort dienen. Mehr

Bürgerinitiative "Heimat blüht auf" aus Erkelenz
In nur 5 Monaten können dank der Unterstützung von über 260 Blühpaten und -patinnen auf insgesamt 30.000 qm Wildblumen rund um Erkelenz wachsen - mit heimischem Saatgut. Mehr auf der Homepage und Videos in YouTube.

"Blühwiesen Patenschaft", eine private Initiative im Raum Heinsberg
Hier kann man eine Bronze-, Silber- oder Goldpatenschaft für eine Blühwiese erwerben sowie bei der Anlage von Lerchenfenstern unterstützen. Am 7. Mai konnte auf einer Ackerfläche von 8.000 m2 eine Blühmischung für Insekten eingesät werden. Mehr

Projekt "Blüten statt Tüten" im Kreis Aachen, Düren und Belgien
Der Verein BINE Arbeitsgemeinschaft Bildung für Nachhaltige Entwicklung e.V. bietet Saatgutstationen mit heimischem Wildblumensamen und Informationsmaterial über die Insektenwelt an. Gemeinsam mit der BUND Kreisgruppe Aachen-Land und der NaturErlebnis-Werkstatt Alsdorf konnten 2021 über 1500 Saatguttütchen und -kugeln ausgegeben werden. Mehr

"Blütenparadies Aachen", ein Projekt für bunte Landschaften in der Städteregion Aachen
Das Konzept des Fördervereins Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen e.V. verbindet Bürger und Landwirtschaft direkt und unbürokratisch. Ziel ist die Anlage von Blühflächen auf Feldern in der Region Aachen, ermöglicht durch Spenden und Patenschaften für Flächen. Mehr

Überregionale Aktivitäten

"Blühstreifen statt Blumenstrauss": Blühpatenschaften des Rheinischen Landwirtschaftsverbands RLV
Diese Blühpatenschaften für Verbraucher bietet der Verband über Beteiligte Landwirte über das gesamte Rheinland an. Mehr

Bienenrettung aus einem ehemaligen Kaugummiautomaten
Seit Herbst 2019 kann man regionale Samenmischungen und Blumenzwiebeln aus umgerüsteten original Kaugummiautomaten einer privaten Initative ziehen und auch selbst Automatenbetreiber werden. Ursprünglich in Dortmund gestartet, gibt es inzwischen Standorte im Rheinischen Revier. Mehr

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
Die Naturschutzstiftung der Rheinischen Landwirtschaft widmet sich in verschiedenen Projekten lokal und überregional verschiedenen Themen wie Blühstreifen, regionalem Saatgut und der Förderung der Biodiversität. Die Broschüre "Expedition Blühstreifen" gibt Hinweise zu geeigneten Pflanzenarten und Tipps zur Anlage und Pflege solcher Flächen. Mehr

Bienenweide e.V. in Aachen und Magdeburg
Der gemeinnützige, mitgliedergetriebene Verein gestaltet vor allem ländliche Gebiete wie Ackerflächen und Brachen in blühende Landschaften um. Inzwischen wurden in 4 Bundesländern mehr als 20.000 m2 an Bienenweide-Flächen durch Spenden und Patenschaften geschaffen. Mehr

Landwirte gesucht - Umfrage zu nachhaltigen Anbaumethoden im Rheinischen Revier

21.04.2021

Von Vielfalt im Anbau bis Agro-Photovoltaik - im Rahmen des Strukturwandels durch den Kohleausstieg werden verschiedenste nachhaltige Anbaumethoden und Technologien in der Landwirtschaft diskutiert.

Durch die Umfrage der Kompetenzplattform Transform2BIO des Bioeconomy Science Center möchten wir verstehen, welche Themen Ihnen als Landwirtinnen und Landwirten aus der Region bei Ihren Entscheidungen wichtig sind und welche Verfahren Sie als relevant erachten.

Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit, um Ihre Meinung zu teilen und helfen Sie, den Strukturwandel zu gestalten.

Pro 100 Teilnehmenden aus NRW verlosen wir zwei Gutscheine der Firma Engelbert Strauss im Wert von je 50 Euro.

Zur Umfrage

Agroforst auf Erfolgskurs - auch im Rheinischen Revier

10.02.2021

Für die Agroforstwirtschaft scheint 2021 ein Erfolgsjahr zu werden. Am 13. Januar wurde im Bundestag zu Agroforstsystemen debattiert und der Antrag der Fraktionen CDU/CSU und SPD angenommen.

Dieser Antrag soll „die Agroforstwirtschaft fördern und dabei die Produktivität, Klimaresilienz und Biodiversität steigern. Demnach sollen durch die Bundesregierung Leistungen von Agroforstsystemen honoriert werden, indem die Förderfähigkeit von Agroforstsystemen noch in der aktuellen Förderperiode der derzeitigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ermöglicht werden soll. Außerdem sollen Agroforstsysteme als pflanzenbauliches Werkzeug der Ackerbaustrategie anerkannt werden.“ In den nächsten Monaten wird es nun um die Ausgestaltung der Förderung gehen.

Auch im Rheinischen Revier gibt es positive Entwicklungen im Bereich Agroforst. So hat der Email-Verteiler zu Agroforstwirtschaft im Rheinischen Revier hier können Sie sich anmelden bereits knapp 70 Abonnenten und die Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER erreichen fast wöchentlich neue Anfragen zur weiteren Vernetzung - auch über das Revier hinaus. Eine Neuerung gibt es bei den digitalen Stammtischen: Zukünftig finden Sie die Impulsvorträge als Videoaufzeichnungen hier auf der Webseite im Bereich Agroforst. Den Anfang hat Frau Sabine Hörnicke mit Ihrem Vortrag über Mykosysteme – Pilzwirtschaft im Agroforst gemacht.

Hiermit möchten wir Sie auch herzlich zum dritten digitalen Agroforst-Stammtisch der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER einladen. Dieser wird am Dienstag 02.03.2021 von 18.00-19.30 Uhr stattfinden. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einem Überblick über die aktuellen Agroforst-Entwicklungen im Revier, wird es wieder einen Impulsvortrag geben. Das diesmalige Thema lautet „Silvopastorale Agroforstsysteme“. Im Kurzvortrag stellen Experten von TRIEBWERK die Chancen und Herausforderungen dar, die durch die Kombination von Gehölzen und Grünlandflächen entstehen können. Hinter "TRIEBWERK" steht ein engagiertes Trio, das sich für eine ökologisch-regenerative Form der Landwirtschaft einsetzt. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Beratung und Planung regenerativer Landnutzungskonzepte anhand multifunktionaler Agroforstsysteme. In Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftenden planen wir dem Betrieb angepasste Agroforstsysteme und bieten Beratung zur Optimierung der bisherigen Betriebszweige. Weitere Informationen: www.triebwerk-landwirtschaft.de.

Bei weiteren Fragen zum Thema Agroforst wenden Sie sich gerne an Dr. Leonie Göbel von der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER.

Auf Schloss Türnich: Zukunft erleben und Teil einer großen Vision werden!

13.10.2020

Eine Schlüsselposition in der Entwicklung einer "enkeltauglichen" Zukunft kommt dem Zusammenspiel von Natur, Erholung und nachhaltiger Lebensmittelproduktion zu.

Die Herausforderungen gegenwärtiger Entwicklungen zwingen uns, die Systeme unseres Wirtschaftens zu überdenken und basierend auf nachhaltigen Kreislaufsystemen zu resilienten Systemen weiterzuentwickeln. In der Öffentlichkeit steigt die Relevanz des Themas derzeit massiv. Hier wird das Zukunftsensemble Schloss Türnich Informationen, Antworten und Inspiration zu vielfältigen Fragestellungen liefern und dabei besonderen Fokus auf das Zusammenwirken der einzelnen Bereiche legen. Gleichzeitig entsteht ein inspirierender Ort für Events, Naherholung, Naturtourismus und Firmenseminare. Ziel ist, den Ort für eine breite Öffentlichkeit zu einem innovativen und naturnahen Erfahrungsort zu machen, der Prototypen nachhaltiger Landwirtschaft, Ernährung und Gesundheit aufzeigt und Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, sowie gesell-
schaftlichen und sozialen Fragestellungen Raum gibt.

Die Vision ist die Gestaltung einer Kulturlandschaft, die unter anderem als Modell zur Weiterentwicklung der Region dient und überregionale Strahlkraft entwickelt.

Als Gestaltungsgrundlage für das Zukunftsensemble Schloss Türnich wurde das Konzept der Permakultur herangezogen. Das Wort Permakultur ist aus den Wörtern „permanent“ und „agriculture“ entstanden. Ursprünglich beschreibt es eine Landwirtschaft, die nachhaltig und umweltverträglich ist. Mittlerweile hat sich die Philosophie der Permakultur weiterentwickelt und steht für einen systemischen Ansatz, der eine Kultur der nachhaltigen Lebensweise und Landnutzung beschreibt.
Die Gestaltungsprinzipien der Permakultur umfassen z.B. auch die Gestaltung von wirtschaftlichen Systemen und des menschlichen Zusammenlebens, also eine komplette „permanente Kultur“. Ziel ist, unser Leben als Menschen so
in die natürlichen Kreisläufe und Prozesse einzupassen, dass wir die Natur effizient nutzen können, ohne ihr dauer-
haft zu schaden.

Dieser ganzheitliche Denkansatz der Permakultur liegt der Gesamtplanung des Zukunftsensembles zugrunde und
findet sich in all seinen Bereichen wider.

Zukunftsensemble Schloss Türnich

Große Resonanz bei Agroforstveranstaltung von BioökonomieREVIER

07.10.2020

Diese Frage wurde im Rahmen einer virtuellen Informationsveranstaltung der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER am 5. Oktober 2020 diskutiert. Die Referenten waren führende Agroforst-Experten aus Deutschland, unter anderem die Vorsitzenden des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft (DeFAF).

Klimawandel, neue politische Rahmenbedingungen oder die kritische Betrachtung durch die Verbraucher setzen die Landwirtschaft unter hohen Erfolgsdruck. Benötigt werden deshalb innovative Anbausysteme, um nachhaltige Lösungen für diese drängenden Herausforderungen zu finden.


Als Agroforst werden Landnutzungssysteme bezeichnet, bei denen Gehölze - Bäume oder Sträucher - mit Ackerkulturen oder Grünland und bzw. oder Tierhaltung auf der gleichen Fläche kombiniert werden. Durch die verschiedenen Komponenten entstehen ökologische und wirtschaftliche Vorteile. Beispiele sind Streuobstwiesen, Pappelanbau in Hühnerausläufen, integrierte Energie- oder Wertholzstreifen auf Acker und Grünland und Gewässerrandstreifen. Im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier könnten durch Agroforstsysteme neue regionale Produkte und Wertschöpfungsoptionen entstehen.

Dr. Christian Böhm (BTU Cottbus) betonte die Vielfalt von Agroforstsystemen, die im Rheinischen Revier möglich sind: Neben Baumstreifen mit Wert- und Energieholz oder klassischen Streuobstwiesen können auch Trüffel oder Bärlauch in Agroforstsystemen angebaut werden. Laut Prof. Dr. Eike Lüdeling (Universität Bonn) können Agroforstsysteme, gerade mit Bezug auf den steigenden Druck durch den Klimawandel, eine nachhaltige Alternative für die landwirtschaftliche Produktion sein und die Diversität der Produkte steigern.

Fragen der rund 70 Teilnehmenden zeigen ein hohes Interesse an der praktischen Umsetzung z.B. welche Baumarten für ein Agroforstsystem im Rheinischen Revier geeignet sind oder was beim Pflanzenschutz berücksichtigt werden muss. Praktische Erfahrungen bei der Anlage und Pflege von Agroforstsystemen stellte der Landwirt Thomas Domin (Domin’s Hof Peickwitz) vor, der auf seinem Betrieb in der Lausitz Rekultivierungsflächen aus dem Braunkohletagebau mit Agroforstsystemen bewirtschaftet. Ein großes Hindernis für Agroforstsysteme stellt nach wie vor jedoch die oft unklare rechtliche Situation dar, zu der Dr. Wolfgang Zehlius-Eckert (TU München) einen Einblick gab. So muss vor Anlage eines Agroforstsystems unter anderem die Frage des Ackerstatus geklärt werden.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Rheinischen Revier wurde betont, dass bei der Anlage von Agroforstflächen die Diversität der verwendeten Arten und der Naturschutz direkt bei der Planung mitgedacht werden sollten. Gerade bei jungen Landwirten im Rheinischen Revier ist ein großes Interessen an innovativen Anbaukonzepten vorhanden. Dieser Elan kann u.a. durch den Strukturwandel gestärkt werden. Hier bieten sich etwa großflächige Reallabore an, die eine intensive Begleitforschung ermöglichen und deren Ergebnisse über das Rheinische Revier hinaus ausstrahlen könnten.

Die Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER wird zukünftig einen Verteiler für Agroforst-Interessierte im Rheinischen Revier einrichten und einen Stammtisch zur Vernetzung organisieren. Weitere Informationen gibt es in Kürze hier.

Eine weitere Anlaufstelle für Informationen zum Thema Agroforst ist der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (www.defaf.de).

 

Wie lassen sich Algen für bio-basiertes Wirtschaften im Rheinischen Revier nutzen?

04.02.2020

Interessierte aus Landwirtschaft, Industrie und Wissenschaft nutzten am 16. Januar die Gelegenheit, sich über wirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten von Algen im Rheinischen Revier und darüber hinaus auszutauschen. Die Resonanz war groß: mehr als 50 Teilnehmer waren der Einladung der Initiative BioökonomieREVIER und des Forschungs-Konsortiums IDEA (Implementation and Development of Economic viable Algae-based value chains) zum Institut für Pflanzenwissenschaften (IBG-2) am Forschungszentrum Jülich gefolgt.

Der Workshop lieferte einen umfassenden Überblick über die derzeit in der Region und anderen Gebieten durchgeführten Projekte und Anwendungen mit Algen: von der Biomasseproduktion über die Verarbeitungskette bis hin zur Vermarktung und nicht zuletzt dem Bedarf für die Forschung.

Ein besonderes Interesse lag auf der Schließung von Nährstoffkreisläufen und der Produktion von Biomasse unter lokalen klimatischen Bedingungen. Hierzu wurden Verfahren zur Aufreinigung verschiedener Abwässer vorgestellt. Die Technische Hochschule Mittelhessen etwa präsentierte die Reinigung von öffentlichen Abwässern aus Kläranlagen mit Algen in Rotenburg. Wie industrielle Abwässer aus der Fischzucht durch Algen gereinigt werden können, erklärte die Firma Phytolinc aus Köln. Diese Einsatzgebiete erfordern keine kostspielige Entwässerung der geernteten Algenbiomassen und können dadurch wirtschaftlich sehr interessant sein.

Mit Algenbiomasse in getrockneter Form für Futtermittel sowie Biomasse-Behandlungen beschäftigen sich FeedDesignLab und BioTreatCenter. Der Algenproduzent Mial GmbH aus Norddeutschland stellt hochwertige Biomasse und Extrakte mit den Algenarten Spirulina und Chlorella her.

Aus dem Kreis der Teilnehmer wurde mehrfach die Frage nach der Produktqualität und –sicherheit gestellt. Diese kann eindeutig beantwortet werden: Algenbiomasse- und -produkte müssen auf jeden Fall unbedenklich für Mensch und Umwelt sein!

Generell besteht ein starkes Interesse daran, Algen in die Wasseraufbereitung, Düngerproduktion und Landwirtschaft zu integrieren. Die Voraussetzung hierfür ist, dass die Verfahren sowohl ökonomisch wie praktikabel sind. Es ist Ziel der Initiative BioökonomieREVIER am Forschungszentrum Jülich, das hierzu geeignete Umfeld zu schaffen um potentielle Akteure in der Region zu vernetzen. Die Zukunftsaussichten für eine wirtschaftlich interessante Algenproduktion in der Region sehen also gut aus.

Einen Einblick in die faszinierende Welt der Algen gibt es auch beim zweiten Scrolly-telling von BioökonomieREVIER: Die faszinierende Welt der Algen.

Die faszinierende Welt der Algen

 

PLAIN: neue Plattform für Lebensmittel, Agrarwirtschaft, Innovation und Nachhaltigkeit gegründet

16.12.2019

Strukturwandel im Rheinischen Revier mit Land- und Ernährungswirtschaft als Triebfeder

Große Resonanz in Jülich: bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Umweltministerium, Forschungszentrum Jülich und Zukunftsagentur wurde das regionale Branchennetzwerk PLAIN im Rheinischen Revier gegründet. Das Netzwerk soll die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse formulieren und gemeinsame übergreifende Themen und Ziele definieren und dann auch umsetzen.

"Ich sehe gute Chancen, dass diese neue Plattform ein wichtiger Gestalter des Rheinischen Reviers hin zu einer nachhaltigen Modellregion wird - mit vielen neuen, qualifizierten Arbeitsplätzen in Industrie, Handwerk und Gewerbe", sagte Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der entscheidende Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation sind Innovationen. Ein dabei wichtiger Zukunftszweig ist die Bioökonomie. Sie bildet die Grundlage einer Wirtschaftsweise, die in Kreisläufen organisiert ist. Anstelle von Ressourcenausbeutung rücken Lösungen in den Mittelpunkt, die zur Mehrfachnutzung nachwachsender Rohstoffe beitragen.

Ministerin Heinen-Esser sieht in der Bioökonomie ein großes Potenzial: "Mit Hilfe der Land- und Ernährungswirtschaft und entsprechenden Zukunftstechnologien können wir Lösungen entwickeln, wie eine Wirtschaft jenseits fossiler Rohstoffe organisiert werden kann. So kann das Rheinische Revier zu einem Modell für andere Strukturwandelregionen werden. Eine dafür wichtige Grundlage seien eingespielte Partnerschaften zwischen Land- und Ernährungswirtschaft, Forschung und weiterverarbeitender Industrie bis hin zu den Verbrauchern."

"Zukünftige Generationen werden uns daran messen, ob wir alte Pfade in Konsum und Produktion verlassen und alternative, nachhaltige Wege eingeschlagen haben - mit Respekt vor den Grenzen natürlicher Ressourcen - und mit Blick auf den ökologischen und sozialen Rahmen."

Mitgründer der Plattform PLAIN ist die aus dem Forschungszentrum Jülich heraus koordinierte Initiative Modellregion BioökonomieREVIER. Diese soll die Transformation des Rheinischen Reviers in eine Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften gestalten - auf der Basis biobasierter Innovationen sollen neue, regionale Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle etabliert werden. Das Rheinische Revier bietet dafür herausragende wissenschaftliche und wirtschaftliche Voraussetzungen.

Weitere Informationen unter: Umweltministerium NRW

Umweltministerium NRW

Erfolgreicher Auftakt für den Revierknoten „Agrobusiness und Ressource“

18.10.2019

Mit rund 170 Teilnehmer aus Kommunalpolitik, Verbänden, Landwirtschaft, Industrie und Wissenschaft wurde am 18.10.2019 in Düren der Dialogprozess im Rahmen des Strukturwandels gestartet. Durch gemeinsame Anstrengungen soll die Region zu einer europäischen Modellregion für Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft mit einer internationalen Strahlkraft werden.

Der Revierknoten-Vorsitzende und Organisator der Fachtagung Jens Bröker, indeLand GmbH, rief dazu auf „Gutes Leben und Arbeiten in der Region auch in Zukunft möglich zu machen“. Die Aspekte Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Klimaschutz standen daher im Vordergrund. Bereits vorab waren die Teilnehmer aufgerufen ihre Ideen einzureichen. In einer intensiven Workshop-Phase wurden daraus mögliche Handlungsfelder diskutiert, weiterentwickelt und neue Ideen gesammelt. Der Teilbereich „Agrobusiness“ wurde von Prof. Dr. Ulrich Schurr vom Forschungszentrum Jülich geleitet, der Teilbereich „Ressource“ durch Klaus Dosch von der Faktor X Agentur.

Die Ergebnisse der Fachtagung bilden die Grundlage für die erste Version des Wirtschafts- und Strukturprogramm für das Rheinische Revier, das am 13.12.2019 bei der Revierkonferenz der Zukunftsagentur Rheinisches Revier vorgestellt werden wird.

 Zukunftsagentur Rheinisches Revier

 

Veranstaltung des Verbands der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. - KompostKlub 2019

05.09.2019

Am 05.09.2019 tagte der VHE auf Einladung von VHE-Geschäftsführer Michael Schneider im Institut für Pflanzenwissenschaften (IBG-2) am Forschungszentrum Jülich mit über 50 Teilnehmern aus Praxis, Verwaltung und Verbänden und informierte über aktuelle Entwicklungen aus der Forschung. Der VHE – Verband der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. vertritt bundesweit Unternehmen und öffentlich rechtliche Körperschaften, die aus Bioabfällen hochwertige Kompost- und Gärprodukte, Biogas sowie biogene Brennstoffe erzeugen.

BioökonomieREVIER wurde durch Dr. Andreas Müller (FZ Jülich, IBG-2) vorgestellt. Die Verwendung von Kompost- und Gärprodukten ist ein essentieller Bestandteil der Kreislaufwirtschaft, die einen Schwerpunkt von Bioökonomie darstellt. Ein Beispiel zur Bodenverbesserung für eine nachhaltige Pflanzenproduktion (gerade auf marginalen Standorten) kann zukünftig die Verwendung von Biokohle aus Pyrolyse- und HTC-Verfahren als Bodenzuschlagsstoff sein. Dr. Arnd J. Kuhn (FZ Jülich, IBG-2) berichtete über die Vor- und Nachteile der beiden Herstellungsverfahren von Biokohle und seine Versuchen mit unterschiedlichen Nutzpflanzen (z.B. Mais, Möhre, Erdbeere). Durch unter anderem eine verbesserte Wasserhaltekapazität bei der Zugabe von Biokohle kann gerade auf marginalen Böden ein deutlicher Erntezuwachs erreicht werden. Dies kann möglicherweise eine Methode sein um rekultivierte Böden aus den Tagebauten für den Ackerbau weiter aufzuwerten. Bei der Rekultivierung werden Oberböden für den Abbau von Braunkohle innerhalb kürzester Zeit abgetragen, homogenisiert und an neuer Stelle aufgebracht. Dr. Roland Bol (FZ Jülich, Institut Agrosphäre IBG-3) informierte über die räumlichen Muster der Nährstoffdynamik in diesen Böden im Rheinischen Revier. Hierbei wird in den ersten 20 Jahren zwar viel organischer Kohlenstoff angesammelt, inorganischer Kohlenstoff geht aber auf Dauer durch z.B. Auswaschung oder Emission als CO2 verloren. Ein weiterer Bestandteil von Bioökonomie und somit dem Wechsel von einer fossilen zu einer nachhaltigen Wirtschaft im Rheinischen Revier (= Ansatz von BioökonomieREVIER) können CO2-Kompensationen sein. Die Kompensation von CO2-Emissionen ist vor allem aus dem Flugverkehr bekannt. Bei verschiedenen Anbietern kann man durch z.B. Reisen entstandene CO2-Emissionen quantifizieren lassen und durch Zahlung eines errechneten Betrages, der meist an internationale Projekte weitergegeben wird, kompensieren lassen. Michael König von der Stiftung Lebensraum stellte eine Alternative vor der Haustür dazu vor. Die Klima-Humus-Zertifikate der Stiftung Lebensraum bieten eine Möglichkeit zur Finanzierung des Kohlenstoffeinbaus im Boden durch Humusaufbau auf landwirtschaftlichen Flächen. Ein erstes Beispielprojekt mit innovativen Landwirten wird Anfang 2020 in Rheinland-Pfalz eingeführt werden. Dies könnte auch eine Option für das Rheinische Revier sein. Praktische Einblicke gab es anschließend durch Dr. Heinz Peter Schrey (Geologischer Dienst NRW), der die Teilnehmer verschiedene Bodenarten hautnah durch Fingerproben erfühlen lies. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Führung durch die Forschungsgewächshäuser des Instituts für Pflanzenwissenschaften und Einblicke in den Tagebau Hambach.

 

 

Nachhaltige Landwirtschaft und Bioökonomie bieten Chancen im Strukturwandel

15.07.2019

Am 9. Juli 2019 fand in Inden, am Rand des Braunkohletagebaus Inden, das 6. BioSC Spotlight in Kooperation mit dem Vorhaben Modellregion BioökonomieREVIER Rheinland statt, das sich dem Strukturwandel im Rheinischen Revier und den Möglichkeiten für die Landwirtschaft im Rahmen einer nachhaltigen Bioökonomie widmete. Die rund 80 Teilnehmer kamen aus der Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunalpolitik, Landwirtschaftsverwaltung, Zivilgesellschaft, aus Umweltverbänden und aus der landwirtschaftlichen Praxis.

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