Gemeinsam mit Bioökonomie im Strukturwandel

Berichte und Dialog

Dialog im BioökonomieREVIER: Jetzt sind Bürgerinnen und Bürger gefragt!

21.01.2021

"Wie stellen Sie sich das Rheinische Revier im Jahr 2050 vor?" - Mit dieser Frage startet der Online Dialog zur Zukunftsgestaltung der Bioökonomie im Rheinischen Revier. Die Internet-Plattform ist ein zentraler Baustein des Bürgerbeteiligungsprozesses der Initiative BioökonomieREVIER, die vom Forschungszentrum in Jülich koordiniert wird.

Das Centrum für Umweltmanagement, Ressourcen und Energie (CURE) der Ruhr-Universität Bochum (ehemals KWI) entwickelt, erprobt und erforscht als Partner von BioökonomieREVIER innovative Verfahren der Beteiligung von Bürgern, Forschung und Politik.

Viele Menschen haben keine konkrete Vorstellung, was genau sich hinter dem Begriff "Bioökonomie" genau verbirgt und wieso sie das Thema überhaupt etwas angeht.

Das will das Projektteam ändern. In drei Stufen lädt die Online-Plattform zur Beteiligung ein. In der ersten Stufe wird nach ganz persönlichen Zukunftsvisionen für das Rheinische Revier gefragt: Wie wird unsere zukünftige Ernährung im Rheinischen Revier aussehen? Wie wird sich die Landschaft verändern? Was können wir im Jahr 2050 alles aus biologischen Ressourcen herstellen? Die Fragen stellen einen Bezug zum Alltag her und fragen nach ganz konkreten Situationen im Leben im Rheinischen Revier in 30 Jahren, in denen sich die Zukunft der Bioökonomie zeigen kann.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger des Rheinischen Reviers herzlich ein, auf www.dialog.biooekonomierevier.de mitzumachen!

Die Beiträge können bewertet und kommentiert werden. Der erste Dialog auf der Online-Plattform läuft bis zum 7. März 2021. Neben diesen Startfragen sind zwei weitere Befragungen im Februar und März geplant. Darüber hinaus bietet die Plattform die Möglichkeit, sich über die geplanten Beteiligungsprozesse zur regionalen Bioökonomie und ihre Ergebnisse zu informieren. Bringen Sie sich ein und teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

 

Zur Online-Beteiligungsplattform

 

Umzug der Forschungsgruppe für Partizipationsforschung zum CURE

01.01.2021

Zu Beginn des Jahres 2021 ist das gesamte Team der Forschungsgruppe PartizipationsKultur vom Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen (KWI) an die Ruhr-Universität nach Bochum gewechselt. Dort wird sie als Teil des Centrums für Umweltmanagement, Ressourcen und Energie (CURE) die Forschung zu Partizipation und nachhaltiger Transformation weiterführen und vertiefen können. Bestehende Projekte wie die Bürgerbeteiligung für das BioökonomieREVIER werden weitergeführt.

 

 

Mehr über CURE
© KWI Essen

Interessensforum Bügerbeteiligung Bioökonomie wählt Lenkungsgruppe

16.06.2020

Bürgerbeteiligung lebt vom persönlichen Kontakt: so lautet die reine Lehre. Dann aber kam Corona und stellte unser Leben auf den Kopf.

Wie beteiligt man Menschen, die sich nicht real sehen und miteinander reden können?

Diese Herausforderung gilt es zusätzlich im Projekt BioökonomieREVIER zu meistern. Kernthema ist das Organisieren und Umsetzen eines Beteiligungsprozesses, bei dem die Interessen und das Wissen der Menschen in der Region des Rheinischen Reviers im Mittelpunkt stehen.

Am 16. Juni fand die erste offizielle Veranstaltung dieses Beteiligungsprozesses Bioökonomie für das Rheinische Revier statt - aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie im virtuellen Raum. Vertetende der organisierten Interessen des Reviers in den Bereichen Zivilgesellschaft, Landwirtschaft, Wirtschafts- & Sozialpartner, Wissenschaft & Bildung sowie Politik & Verwaltung waren im Interessensforum vertreten, um sich über den Beteiligungsprozess zu informieren und eine Lenkungsgruppe zu wählen. Die Lenkungsgruppe wird den weiteren Beteiligungsprozess begleiten und steuern.

Forschende des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen (KWI) stellten den etwa 40 Teilnehmende ihr Beteiligungskonzept vor, mit dem sie eine faire und gerechte Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen zum Thema Bioökonomie im Rheinischen Revier realisieren wollen. Hierzu sind mehrere zusammenwirkende Beteiligungsformate geplant. Das KWI forscht seit Jahren zum Thema Bürgerbeteiligung und will diesen Prozess dynamisch nach den Bedürfnissen der Menschen vor Ort ausrichten.

Auch die KWI-Mitarbeiter arbeiteten wochenlang in der Vorbereitungszeit im Homeoffice und trafen Absprachen meist über Telefon und Videokonferenzen. Um diese erschwerten Bedingungen und den fehlenden analogen Kontakt zu Menschen im Rheinischen Revier in der Prozessvorbereitung auszugleichen, trafen sie sich virtuell mit einer fünfköpfigen Vorbereitungsgruppe. Diese Gruppe schlug mögliche Personen aus dem Rheinischen Revier vor, die zu dem Interessensforum eingeladen wurden.

Die Lenkungsgruppe

Die fünf Interessensgruppen wählten jeweils zwei Vertreter und Vertreterinnen aus ihren Reihen:

Zivilgesellschaft: Antje Grothus (Zivilgesellschaftlicher Koordinierungskreis Strukturwandel, Klima Allianz NRW) und Dr. Lutz Dalbeck (Biologische Station im Kreis Düren e.V.)

Landwirtschaft: Anna Steinmann (Junglandwirtin aus Vettweiß) und Erich Gussen (Kreisbauernschaft Düren, Rheinischer Landwirtschaftsverband)

Wirtschafts- & Sozialpartner: Ann-Katrin Steibert (DGB/Region NRW Süd-West) und Timothy Fitschen (Agentur für Arbeit)

Wissenschaft & Bildung: Manfred Körber (Leiter Nell-Breuning-Haus) und Prof. Ulrich Schurr (Forschungszentrum Jülich, Inst. f. Pflanzenwissenschaften)

Politik & Verwaltung: Prof. Christiane Vaeßen (Region Aachen Zweckverband) und Hans-Martin Steins (Umweltamt Kreis Düren).

 

So wird sichergestellt, dass die Vielfalt der unterschiedlichen Interessen im Rheinischen Revier möglichst gut vertreten wird.

Die gewählte Lenkungsgruppe steuert den gesamten Beteiligungsprozess; die Koordination und Planung erfolgt zusammen mit dem KWI. Im Zentrum steht eine große Bürgerversammlung, die Beiträge für eine regionale Strategie entwickeln soll. Besondere lokale Herausforderungen werden vor Ort in zwei kleineren Bürgerräten bearbeitet. Auf einer Online-Plattform können alle Menschen des Rheinischen Reviers Vorschläge einbringen und mitdiskutieren.

Damit stellt die Lenkungsgruppe eine Schnittstelle zwischen der Bevölkerung und den organisierten Interessen in der Region dar. Sie informiert und mobilisiert die Bürger und Bürgerinnen in der Region, damit diese sich möglichst zahlreich bei der Entwicklung der Regionalstrategie für das BioökonomieREVIER einbringen. Zudem ist sie als regionales Gremium für die Qualitätssicherung des Beteiligungsprozesses und die Kontrolle der späteren Umsetzung der Beteiligungsergebnisse zuständig.

Das KWI bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den regen Austausch und die große Unterstützungsbereitschaft.

Autorin: Sonja Knobbe, KWI Essen

Forschende des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen (KWI) in Essen (KWI)

Austausch zu Demokratie und Partizipation im Rheinischen Revier und der Lausitz

19.04.2020

Bürgerbeteiligung: Ausgekohlt - und dann?                                     

Wie kann Strukturwandel demokratisch organisiert werden und welche Rolle nimmt dabei die Partizipation ein?

Hierfür trafen sich Forscherinnen und Forscher in Potsdam, um diesen Fragen am Beispiel der unterschiedlichen Braunkohle-Regionen Rheinisches Revier und Lausitz nachzugehen.

Das sozialwissenschaftliche Projektteam des Forschungsbereichs Partizipationskultur am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen (KWI), das im Rahmen des BMBF-Projekts "Entwicklung der Modellregion BioökonomieREVIER Rheinland" den Beteiligungsprozess umsetzt, reiste zusammen mit Dr. Sandra Venghaus, FZ Jülich, der Leiterin des BioSC-Projektes "Transform2Bio- Integrated Transformation Processes and Their Regional Implementations: Structural Change from Fossil Economy to Bioeconomy", vom 25. bis zum 26. Februar an das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam (IASS).

Ziel war es, mit der IASS-Forschungsgruppe „Sozialer Strukturwandel und responsive Politikberatung in der Lausitz", den Strukturwandel in der Lausitz und dem Rheinischen Revier aus einer demokratie-theoretischen Perspektive zu betrachten. Die Essener Projektgruppe will dialogorientierte Bürgerbeteiligungs-Angebote, die die Menschen des Rheinischen Reviers einbindet und mitgestalten lässt, entwickeln, erproben und evaluieren. Sie begleitet die Strukturwandel-induzierte, strategische Entwicklung des Rheinlands hin zu einer Modellregion für nachhaltige Bioökonomie.

Strukturwandel wird eingefordert, wenn Wirtschaftsbereiche wegbrechen und Arbeitsplätze bedroht sind - so wie in den Kohle-Abbauregionen. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen in den Regionen um bevorstehende ökonomische, soziale und kulturelle Einschnitte, Umsiedlungen, den Fragen nach der Verteilungsgerechtigkeit und nicht zuletzt den Herausforderungen des Klimawandels ist der Kohleausstieg eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe. Die Akteure und Akteurinnen in der Region müssen auf faire Weise aushandeln, was und wie etwas Neues entstehen soll.

Im Vergleich der beiden Regionen arbeitete die Gruppe erste Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus. Sowohl die Lausitz als auch das Rheinische Revier wurden durch den Braunkohletagebau und deren Abhängigkeit von der Kohle bestimmt. In beiden Regionen existiert keine kulturelle und historische Zuschreibung als zusammenhängende Region.

Ein zentraler Unterschied der beiden Regionen ist die Wende-Erfahrung der Lausitz. Die Region hat bis heute mit den Nachwirkungen der damaligen Einschnitte zu kämpfen, wodurch viel Vertrauen verloren ging. Dem Rheinischen Revier hingegen wird u.a. aufgrund seiner starken Forschungslandschaft ein hohes Innovationspotential zugeschrieben, womit es „mutiger" nach vorne geht. In der Lausitz blockieren zudem die dort vorhandenen rechtspopulistischen Strömungen eine zukunftsorientierte Gestaltung an vielen Stellen.

Für beide Regionen zentral erachten die Forscher in einem ersten Fazit, die Gemeinwohlorientierung und die Bevölkerung - als Brücke für Kontinuität, Wachstum und Industriepolitik - in Entscheidungen einzubinden. Dabei muss jede Art der Beteiligung die damit verbundenen Ziele klar und transparent kommunizieren, so Dr. Jan-Hendrik Kamlage (KWI) und Dr. Johannes Staemmler vom IASS. Auch birgt die kulturelle Dimension Chancen: So können beispielsweise Künstlerinnen und Künstler sowie Kreativschaffende daran mitwirken, Zukunftsbilder (mit) zu entwickeln. Die hier begonnene fruchtbare Zusammenarbeit soll zukünftig weiter vorangetrieben werden.

 

Weitere Informationen:

Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Projekt "Entwicklung der Modellregion BioökonomieREVIER Rheinland"

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam

BioSC Kompentenzplattform Transform2Bio am Forschungszentrum Jülich

 

 Autorin: Ute Goerke, KWI Essen

Ansprechpartnerinnen

Anke Krüger

Kommunikation

Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER

02461-61 85448

Dr. Sonja Knobbe

Bürgerbeteiligung

Centrum für Umweltmanagement, Ressourcen u. Energie, CURE

 

0234-32 24029

FZJ

Erklärt: was ist Bürgerbeteiligung?

Teilhabe oder Mitgestaltung der Bürger an einem Planungsund Entscheidungsprozess durch Information, Konsultation oder Kooperation.

Im Rheinischen Revier gibt es für die Umstellung auf bio-basiertes Wirtschaften einen eigenen Beteiligungsprozeß zum Thema Bioökonomie.

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