Nachhaltige Wertschöpfung durch verantwortungsbewusste Unternehmen

Berichte und Dialog

Reger Austausch beim 2. Wirtschaftsforum BioökonomieREVIER
Start der praktischen Umsetzung von Ideen für 2021 geplant

16.12.2020

Unter dem Motto „aus der Region, für die Region“ präsentierte das 2. Wirtschaftsforum der Initiative BioökonomieREVIER am 2. Dezember 2020 die vielfältige Kompetenzlandschaft der regionalen Bioökonomie. Interessante Diskussionen eröffneten Möglichkeiten für die wirtschaftliche Anschlussfähigkeit angewandter Forschungsprojekte. Netzwerke aus der Akademia und weitere Strukturwandelinitiativen gaben einen Einblick in ihre Aktivitäten und zeigten Optionen zur Zusammenarbeit auf.

„An dieser Stelle kommen ganz unterschiedliche Akteure zusammen, um zu diskutieren, sich zu vernetzen und regionale Innovationspartnerschaften zu knüpfen“, freute sich Moderatorin Anna-Lena Kümpel. Sie konnte fast 200 Teilnehmende zu der digital durchgeführten Veranstaltung begrüßen. Das Forum wurde in Kooperation mit den Wirtschaftsförderungsgesellschaften aus dem gesamten Rheinischen Revier umgesetzt.


Dem breiten Publikum aus Wissenschaftlern, Unternehmern, Kommunal- und Regionalentwicklern stellten sich über 30 regionale Kompetenzträger der Bioökonomie in 90 Sekunden Pitches vor. Anschließend konnten sich dann alle Teilnehmer an virtuellen runden Tischen näher kennenlernen.


Die Grußworte von Jens Bröker, Revierknotenvorsitzender Ressourcen & Agrobusiness der Zukunftsagentur Rheinisches Revier und Susanne Kayser-Dobiey, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Erft GmbH, betonten die Bedeutung der Bioökonomie für das Rheinische Revier – insbesondere auch für die Entwicklung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im Strukturwandel.


Können Verbraucher bei der Entwicklung von Produkt-Innovationen eingebunden werden? Was sind flexiblere Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wissenschaft und regionalen Unternehmen? Wie betreiben wir das Upscaling von Bioraffinerie-Konzepten in der Region? Und wie können Regionalität und regionale Marken bei der Ernährungswende stärker ins Zentrum gerückt werden? Diese und viele weitere Fragen wurden im direkten Austausch aller Teilnehmenden diskutiert.


„Bei diesem Wirtschaftsforum gab es viele spannende Anknüpfungspunkte, die es gemeinsam zu verwerten gilt. Wir wollen vor allem mit kleinen und mittelständischen Unternehmen ins Gespräch kommen und freuen uns, dass BioökonomieREVIER gemeinsam mit uns im nächsten Jahr weitere innovative Formate für den Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft anbieten wird“, so Susanne Kayser-Dobiey, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Rhein-Erft GmbH stellvertretend für die Wirtschaftsförderer im Revier.


Der Katalog der Kompetenzträger mit vielen Detailinformationen ist online verfügbar auf der Homepage von BioökonomieREVIER und kann zur weiteren Information und Vernetzung genutzt werden. Darüber hinaus bietet sich die Koordinierungsstelle als Anlaufpunkt an.


Neben den interaktiven Austauschformaten wurden Ergebnisse von in den letzten Monaten erarbeiteten Studien zu Potenzialen für die Bioökonomie im Rheinischen Revier vorgestellt. Als erste Studie dieser Reihe, die die Prognos AG im Auftrag von BioökonomieREVIER durchgeführt hat, ist die Studie „Rohstoffe und Ernährung“ online verfügbar. Weitere Studien zu Innovationspotentialen und zur Ausbildung in der Bioökonomie im Rheinischen Revier werden demnächst veröffentlicht.


„Ein Ziel unserer Veranstaltung war es, einen spannenden Überblick über die Kompetenzträger der Bioökonomie in der Region zu bekommen. Nach vier Stunden waren immer noch fast 140 Teilnehmende im Stream. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt, dass die Veranstaltung auch online ein voller Erfolg war“, stellte Prof. Ulrich Schurr, Gesamtleiter BioökonomieREVIER und Institutsleiter am Forschungszentrum in Jülich, in seinem Schlusswort fest.

„Interessante Akteure miteinander zu vernetzen, ist wichtig, und das machen wir auch mit großer Freude. Doch die richtige Arbeit zur Umsetzung fängt damit erst an. Im neuen Jahr wollen wir gemeinsam beginnen, Ideen, die im Forum aufgekommen sind, praktisch mit den Partnern umzusetzen - für den Aufbau einer nachhaltigen Bioökonomie in der Region“, betonte Schurr weiter.


Abschließend gilt der besondere Dank der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER den zahlreichen Beteiligten und der professionellen Moderation und Technik, die gemeinsam diese Veranstaltung zu einem großen Erfolg gemacht haben.

Katalog der Kompetenzträger

WDR Aktuelle Stunde: "Distelfelder statt Tagebau: Vision für NRW"

28.11.2020

Der Ausstieg aus der Braunkohle im Rheinischen Revier erfordert neue Ideen. Dieser Beitrag einer Serie zum Strukturwandel in der Aktuellen Stunde zeigt am Beispiel der Distelpflanze, wie nachhaltiges, biobasiertes Wirtschaften aussehen kann.

Die Tagebaue werden die Menschen in der Region noch eine Weile begleiten. Die sandigen Böden am Tagebaurand sind zu schlecht für die Nahrungsmittelproduktion. Pflanzen wie die Distel kommen mit diesen Böden gut zurecht und ihre Nutzung ist multifunktional. Aus den Samen lassen sich Öle pressen, die die regionale Chemieindustrie als Schmierstoff veredeln kann, aus den Fasern können Textilien und Papier hergestellt werden. Die Distel ist ein interessantes Beispiel, wie die Rohstoffbasis für die regionale Industrie durch neue Forschungs-Erkenntnisse erweitert werden kann. Es entstehen neue, innovative Partnerschaften zwischen regionaler Landwirtschaft und Industrie für die Zeit nach der Braunkohle.

WDR Distelfelder statt Tagebau: Vision für NRW

 

Nachlese: Food-Innovationen aus dem Rheinischen Revier bei der Ideenfutter EXPO des Foodhub NRW

25.09.2020

Mit Alternativen zu klassischen Softdrinks, Onlinehandelsplattformen für Agrarrohstoffe hin zu verschiedensten Netzwerken der Food- und Agrarbranche bot die Ideenfutter EXPO des Foodhub NRW am 14. und 15. September ein buntes Portfolio an Innovationen. BioökonomieREVIER präsentierte regionale Produkte, Innovationen und praktische Ansätze aus der Wissenschaft für die Praxis.

Die digitale Messe bot zwei Live-Bühnen mit Vorträgen und runden Tischen sowie sechs virtuelle Messehallen mit mehr als 40 Austellern. Die Initiative BioökonomieREVIER Rheinland präsentierte sich mit Stand, Vortrag und rundem Tisch.

Dr. Christian Klar, Leiter der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER, eröffnete mit seinem Vortrag den zweiten Messetag und zeigte Chancen der Bioökonomie für die rheinische Land- und Ernährungswirtschaft auf. Im Vordergrund stand dabei vor allem die Vernetzung von Landwirten und Lebensmittelindustrie mit anderen Industriezweigen abseits der gewohnten Wege, wie etwa der Kunststoff- oder Papierindustrie. Die Vernetzung dieser auf den ersten Blick eher nicht in Verbindung stehenden Unternehmen ist eine Kernaufgabe der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER und trägt maßgeblich dazu bei, die für die Bioökonomie typischen Stoffkreisläufe schließen zu können.

Bei Niklas Hielscher von BioökonomieREVIER und Ingmar Stock von der Unternehmensberatung Compreneur ging es um das gemeinsame bioökonomische Gründungsprogramm BIOBoosteRR. Wie können Ideen aus der Wissenschaft erfolgreich mit Startups, kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) und Industrie vernetzt und somit zügig in eine ökonomische Anwendung, gebracht werden? Das Prinzip des BIOBoosteRR wurde am runden Tisch schnell sichtbar.

Dominik Baum von der Neurather Gärtner Gbr beschrieb, wie BioökonomieREVIER und Compreneur gemeinsam unterstützen: „BioökonomieREVIER hat sich aufgrund unserer Anzeige in einem Gründungsmagazin bei uns gemeldet. Wir suchten nach einer Möglichkeit, die Abfälle unserer Tomatenproduktion sinnvoll weiterverwerten zu können, anstatt sie zu entsorgen. Das schützt Ressourcen und trägt zur Gesamtnachhaltigkeit des Produktes bei. Gemeinsam versuchen wir nun mit dem BIOBoosteRR-Programm, unsere Vision von nachhaltigen Verpackungen aus Tomatenblättern für unser Gartenbau-Unternehmen zu realisieren."

Am Messestand von BioökonomieREVIER präsentierte die Initiative Unternehmen aus dem Rheinischen Revier. Der Verein Rheinische Ackerbohne e.V. verfolgt das Ziel, die heimische Bohne als gentechnikfreien und regionalen Eiweißträger mit all seinen Vorteilen sowie Landwirtschaft, Verbraucher- und Naturschutz und die Vermarktung regional bekannt zu machen. Das Start-up Jacky F bietet mit Produkten aus der Jackfruit eine pflanzliche, natürliche Alternative zu Fleisch in Bio-Qualität an.

Im Weiteren ging es um praktische Erkenntnisse aus der Food- und Agrarforschung des Instituts für Pflanzenwissenschaften am Forschungszentrum in Jülich. Zum Beispiel um die Nutzung von künstlicher Intelligenz und Kamerasystemen für die Qualitätsbeurteilung von Gemüsepflanzen, den Einfluss der Wurzeltemperatur auf die Qualität von Früchten und die Extraktion von pharmazeutisch nutzbaren Inhaltsstoffen aus Blättern – allesamt innovative Ansätze aus der Pflanzenforschung für praktische Anwendungen.

Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER und Innovationslabore bei der Ideenfutter Expo:

Vorstellung Koordinierungsstelle

Innovationslabore BioökonomieREVIER: Feldlabore

Innovationslabor BioökonomieREVIER: AZUR

Regionale Unternehmen am Stand von BioökonomieREVIER:

Verein Rheinische Ackerbohne
Jacky F

Wissenschaftsthemen für die Praxis aus dem Forschungszentrum Jülich:

Wurzeln verstehen, Weizenertrag steigern ROOTY

Wurzelkühlung für bessere Fruchtqualität

Gemüseform und Farbe automatisch erfassen SHAPE & COLOR

Drohnen und maschinelle Lernverfahren zu Steigerung des Blumenkohlanbaus OPTIKO

Tomaten, Paprika und das, was noch übrig bleibt TARECA INDUCTOME

 

1. Wirtschaftsforum BioökonomieREVIER: Aktive Beteiligung der Wirtschaft

11.12.2019

Geld verdienen mit biobasierten Waren und Prozessen: geht das und wenn ja - wie? Es geht darum, der regionalen Wirtschaft im Rheinischen Revier eine langfristige Perspektive vor Ort zu bieten - und das möglichst nachhaltig.

Am 11. Dezember 2019 kamen rund 100 Vertreter von Unternehmen, Landwirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Öffentlichkeit aus dem Rheinischen Revier erstmals zusammen, um hierzu gemeinsam Ideen zu entwickeln. Denn es geht darum, der regionalen Wirtschaft eine langfristige Perspektive vor Ort zu bieten – und das möglichst nachhaltig.

Frau Dr. Kirsten Bender, Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW, freute sich über den breiten Zuspruch zu dieser Auftaktveranstaltung. Jens Bröker, Revierknotenvorsitzender „Agrobusiness & Ressourcen“ erklärte die Wichtigkeit bioökonomischer Konzepte für die Bewältigung des Strukturwandels im Rheinischen Revier. Weitere Impulsvorträge leiteten anschließend eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmer ein.

„Hier kommen verschiedene Interessensgruppen aus einer Region zusammen, um ihre Bedürfnisse für nachhaltiges Wirtschaften auszutauschen – das gibt es so nur hier im Rheinischen Revier“, so Prof. Dr. Ulrich Schurr, Leiter des Instituts für Pflanzenwissenschaften am Forschungszentrum Jülich und verantwortlich für die Initiative BioökonomieREVIER.

Laut Achim Raschka vom nova-Institut ist es die Hauptaufgabe derzeit, Akteure zu vernetzen: „Wir müssen mit den kleinen und mittleren Unternehmen und mit den Industrien sprechen. Und die Landwirtschaft muss mit den Industrien sprechen. Im Prinzip ist es die Aufgabe, die verschiedenen Gruppen zusammenzubringen.“

Und Dr. Bernd Lüttgens vom Rheinischen Landwirtschaftsverband ergänzt: „Wir haben gesehen, welche Möglichkeiten wir aus den einzelnen Verwertungsalternativen – sei es aus Fasern und Ölen – entwickeln können, um der Region eine Zukunftsperspektive zu geben.“

Die im Rahmen des Sofortprogramms „Strukturwandel“ vom Bundesforschungsministerium BMBF geförderte Initiative „Entwicklung der Modellregion BioökonomieREVIER Rheinland“ verfolgt das Ziel, der Region durch biobasierte Innovationen, neue Geschäftsmodelle, nachhaltig produzierte Produkte sowie regionale Wertschöpfungskonzepte neue Einkommensquellen zu erschließen.

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