16.06.2020

Interessensforum Bürgerbeteiligung Bioökonomie wählt Lenkungsgruppe

Quelle: KWI Essen
Quelle: KWI Essen

Bürgerbeteiligung lebt vom persönlichen Kontakt: so lautet die reine Lehre. Dann aber kam Corona und stellte unser Leben auf den Kopf.

Wie beteiligt man Menschen, die sich nicht real sehen und miteinander reden können?

Diese Herausforderung gilt es zusätzlich im Projekt BioökonomieREVIER zu meistern. Kernthema ist das Organisieren und Umsetzen eines Beteiligungsprozesses, bei dem die Interessen und das Wissen der Menschen in der Region des Rheinischen Reviers im Mittelpunkt stehen.

Am 16. Juni fand die erste offizielle Veranstaltung dieses Beteiligungsprozesses Bioökonomie für das Rheinische Revier statt - aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie im virtuellen Raum. Vertetende der organisierten Interessen des Reviers in den Bereichen Zivilgesellschaft, Landwirtschaft, Wirtschafts- & Sozialpartner, Wissenschaft & Bildung sowie Politik & Verwaltung waren im Interessensforum vertreten, um sich über den Beteiligungsprozess zu informieren und eine Lenkungsgruppe zu wählen. Die Lenkungsgruppe wird den weiteren Beteiligungsprozess begleiten und steuern.

Forschende des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen (KWI) stellten den etwa 40 Teilnehmende ihr Beteiligungskonzept vor, mit dem sie eine faire und gerechte Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen zum Thema Bioökonomie im Rheinischen Revier realisieren wollen. Hierzu sind mehrere zusammenwirkende Beteiligungsformate geplant. Das KWI forscht seit Jahren zum Thema Bürgerbeteiligung und will diesen Prozess dynamisch nach den Bedürfnissen der Menschen vor Ort ausrichten.

Auch die KWI-Mitarbeiter arbeiteten wochenlang in der Vorbereitungszeit im Homeoffice und trafen Absprachen meist über Telefon und Videokonferenzen. Um diese erschwerten Bedingungen und den fehlenden analogen Kontakt zu Menschen im Rheinischen Revier in der Prozessvorbereitung auszugleichen, trafen sie sich virtuell mit einer fünfköpfigen Vorbereitungsgruppe. Diese Gruppe schlug mögliche Personen aus dem Rheinischen Revier vor, die zu dem Interessensforum eingeladen wurden.

 

Grafik Beteiligung KWI

Quelle: Pixabay

Die Lenkungsgruppe

Die fünf Interessensgruppen wählten jeweils zwei Vertreter und Vertreterinnen aus ihren Reihen

Zivilgesellschaft: Antje Grothus (Zivilgesellschaftlicher Koordinierungskreis Strukturwandel, Klima Allianz NRW) und Lutz Dalbeck (Biologische Station im Kreis Düren e.V.)

Landwirtschaft: Anna Steinmann (Junglandwirtin aus Vettweiß) und Erich Gussen (Kreisbauernschaft Düren, Rheinischer Landwirtschaftsverband)

Wirtschafts- & Sozialpartner: Ann-Katrin Steibert (DGB/Region NRW Süd-West) und Timothy Fitschen (Agentur für Arbeit)

Wissenschaft & Bildung: Manfred Körber (Leiter Nell-Breuning-Haus) und Ulrich Schurr (Forschungszentrum Jülich, Inst. f. Pflanzenwissenschaften)

Politik & Verwaltung: Christiane Vaeßen (Region Aachen Zweckverband) und Hans-Martin Steins (Umweltamt Kreis Düren).

 

So wird sichergestellt, dass die Vielfalt der unterschiedlichen Interessen im Rheinischen Revier möglichst gut vertreten wird.

Die gewählte Lenkungsgruppe steuert den gesamten Beteiligungsprozess; die Koordination und Planung erfolgt zusammen mit dem KWI. Im Zentrum steht eine große Bürgerversammlung, die Beiträge für eine regionale Strategie entwickeln soll. Besondere lokale Herausforderungen werden vor Ort in zwei kleineren Bürgerräten bearbeitet. Auf einer Online-Plattform können alle Menschen des Rheinischen Reviers Vorschläge einbringen und mitdiskutieren.

Damit stellt die Lenkungsgruppe eine Schnittstelle zwischen der Bevölkerung und den organisierten Interessen in der Region dar. Sie informiert und mobilisiert die Bürger und Bürgerinnen in der Region, damit diese sich möglichst zahlreich bei der Entwicklung der Regionalstrategie für das BioökonomieREVIER einbringen. Zudem ist sie als regionales Gremium für die Qualitätssicherung des Beteiligungsprozesses und die Kontrolle der späteren Umsetzung der Beteiligungsergebnisse zuständig.

Das KWI bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den regen Austausch und die große Unterstützungsbereitschaft.

Autorin: Sonja Knobbe, KWI Essen

Forschende des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen (KWI)

 

 

 

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