Am 05.09.2019 tagte der VHE auf Einladung von VHE-Geschäftsführer Michael Schneider im Institut für Pflanzenwissenschaften (IBG-2) am Forschungszentrum Jülich mit über 50 Teilnehmern aus Praxis, Verwaltung und Verbänden und informierte über aktuelle Entwicklungen aus der Forschung. Der VHE – Verband der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. vertritt bundesweit Unternehmen und öffentlich rechtliche Körperschaften, die aus Bioabfällen hochwertige Kompost- und Gärprodukte, Biogas sowie biogene Brennstoffe erzeugen.

BioökonomieREVIER wurde durch Dr. Andreas Müller (FZ Jülich, IBG-2) vorgestellt. Die Verwendung von Kompost- und Gärprodukten ist ein essentieller Bestandteil der Kreislaufwirtschaft, die einen Schwerpunkt von Bioökonomie darstellt. Ein Beispiel zur Bodenverbesserung für eine nachhaltige Pflanzenproduktion (gerade auf marginalen Standorten) kann zukünftig die Verwendung von Biokohle aus Pyrolyse- und HTC-Verfahren als Bodenzuschlagsstoff sein. Dr. Arnd J. Kuhn (FZ Jülich, IBG-2) berichtete über die Vor- und Nachteile der beiden Herstellungsverfahren von Biokohle und seine Versuchen mit unterschiedlichen Nutzpflanzen (z.B. Mais, Möhre, Erdbeere). Durch unter anderem eine verbesserte Wasserhaltekapazität bei der Zugabe von Biokohle kann gerade auf marginalen Böden ein deutlicher Erntezuwachs erreicht werden. Dies kann möglicherweise eine Methode sein um rekultivierte Böden aus den Tagebauten für den Ackerbau weiter aufzuwerten. Bei der Rekultivierung werden Oberböden für den Abbau von Braunkohle innerhalb kürzester Zeit abgetragen, homogenisiert und an neuer Stelle aufgebracht. Dr. Roland Bol (FZ Jülich, Institut Agrosphäre IBG-3) informierte über die räumlichen Muster der Nährstoffdynamik in diesen Böden im Rheinischen Revier. Hierbei wird in den ersten 20 Jahren zwar viel organischer Kohlenstoff angesammelt, inorganischer Kohlenstoff geht aber auf Dauer durch z.B. Auswaschung oder Emission als CO2 verloren. Ein weiterer Bestandteil von Bioökonomie und somit dem Wechsel von einer fossilen zu einer nachhaltigen Wirtschaft im Rheinischen Revier (= Ansatz von BioökonomieREVIER) können CO2-Kompensationen sein. Die Kompensation von CO2-Emissionen ist vor allem aus dem Flugverkehr bekannt. Bei verschiedenen Anbietern kann man durch z.B. Reisen entstandene CO2-Emissionen quantifizieren lassen und durch Zahlung eines errechneten Betrages, der meist an internationale Projekte weitergegeben wird, kompensieren lassen. Michael König von der Stiftung Lebensraum stellte eine Alternative vor der Haustür dazu vor. Die Klima-Humus-Zertifikate der Stiftung Lebensraum bieten eine Möglichkeit zur Finanzierung des Kohlenstoffeinbaus im Boden durch Humusaufbau auf landwirtschaftlichen Flächen. Ein erstes Beispielprojekt mit innovativen Landwirten wird Anfang 2020 in Rheinland-Pfalz eingeführt werden. Dies könnte auch eine Option für das Rheinische Revier sein. Praktische Einblicke gab es anschließend durch Dr. Heinz Peter Schrey (Geologischer Dienst NRW), der die Teilnehmer verschiedene Bodenarten hautnah durch Fingerproben erfühlen lies. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Führung durch die Forschungsgewächshäuser des Instituts für Pflanzenwissenschaften und Einblicke in den Tagebau Hambach.

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